Den Herausforderungen einer geänderten Verbrauchernachfrage begegnen   

erstellt am
08. 06. 04

Brüssel (eu-int) - „Es ist äußerst wichtig, den Herausforderungen der rückläufigen Fangmengen und des geänderten Verbraucherbedarfs zu begegnen, um die Nachhaltigkeit der Fischerei und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Fischereiindustrie gewährleisten zu können”, sagte Kommissionsmitglied Sandra Kalniete am Montag (07. 06.) anlässlich der 9. Konferenz der nordatlantischen Fischereiminister in Stykkishhólmur, Island. Der Trend gehe weg von frischem Fisch und traditionellen geräucherten und gesalzenen Fischerzeugnissen in Richtung Fertiggerichte, da Fisch zunehmend Bestandteil von besonders bei jungen Leuten beliebten Fertigerzeugnissen werde. Dies habe eine Reihe von Schwierigkeiten mit sich gebracht, die in Zusammenarbeit mit den internationalen Partnern der Europäischen Union, insbesondere mit jenen des Nordatlantiks, bewältigt werden müssen, meinte Kalniete. An der Konferenz, die von 3. bis 5. Juni stattfindet, nehmen neben den EU-Vertretern die Fischereiminister Kanadas, Grönlands, der Färöer Inseln, Islands, Norwegens und der Russischen Föderation teil. Die Teilnehmer untersuchen Mittel und Wege, Fischereierzeugnisse aufzuwerten und die Interaktion zwischen den neuen und den traditionellen Erzeugnissen zu stärken. Die nächstjährige Konferenz der nordatlantischen Fischereiminister wird auf den Färöer Inseln stattfinden.

Kommissarin Kalniete erläuterte die Veränderungen auf dem Markt für Fischereierzeugnisse und kam dabei auf das gute Image zu sprechen, das Fisch bei den Verbrauchern genießt. Es seien Anstrengungen unternommen worden, die Transparenz in Bezug auf Herkunft und Art der Fischereiprodukte zu erhöhen, die Verbrauchernachfrage gehe jedoch heute in Richtung Fertig- und Schnellgerichte. Damit habe sich auch die Art der benötigten Roherzeugnisse geändert, was letztlich zu einem Wandel des Marktes für Fischereierzeugnisse geführt habe. Um dieser Herausforderung besser zu begegnen, müsse sich die EU ein genaueres Bild über den tatsächlichen Bedarf der Verbraucher und der verwandten Industriezweige machen. Auf dem Gebiet der Kennzeichnung bleibe in der Tat noch viel zu tun, und es sei auch notwendig, Untersuchungen durchzuführen, um anhand der daraus gewonnenen Erkenntnisse Fortschritte zu erzielen, sagte Kalniete.

Die veränderte Nachfrage bringt Herausforderungen mit sich, die bewältigt werden müssen, wenn die Fischereiindustrie das Beste aus diesen Änderungen machen will. Diese Änderungen sowie die steigende Zahl dezimierter Fischbestände in den EU-Gewässern haben zu einer starken Abhängigkeit von Einfuhren zur Deckung des Bedarfs des EU-Marktes geführt. Beinahe die Hälfte des EU-Bedarfs wird derzeit aus Einfuhren gedeckt. Dies hat wiederum Fragen über die kontinuierliche Versorgung, die Nachverfolgbarkeit sowie über Qualität und Nachhaltigkeit bei der Beschaffung der Rohstoffe aufgeworfen und den Druck auf die verarbeitende Industrie verstärkt.

Angesichts der veränderten Versorgungsquellen sollten sich alle Beteiligten bemühen, in Bezug auf die Nachhaltigkeit zu kohärenten Lösungen zu gelangen, sowohl innerhalb als auch außerhalb der nordatlantischen Gewässer.

Für die Aquakultur böte sich hier eine gute Gelegenheit, einen Teil der Nachfrage zu decken. Im Hinblick auf ihre potenzielle Entwicklung müssen jedoch die Bedenken berücksichtigt werden, die ihre Auswirkungen auf die Umwelt und der von ihr verursachte Mehrbedarf an industriellem Fischmehl hervorrufen, sagte Kommissarin Kalniete.

Innovation, die Aufwertung der Fischereierzeugnisse, ein besseres Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage sowie eine größeren Nachhaltigkeit in der Fischerei seien die beste Garantie für die Zukunft der Fischereiindustrie. Dies könn
     
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