Gehrer: Gezielte Frauenförderung in Wissenschaft und Forschung  

erstellt am
15. 06. 04

Possanner-Staatspreis 2003 und Possaner-Förderungspreise 2003 für außerordentliche Leistungen von Frauen in der Wissenschaft verliehen
Wien (bm:bwk) - Bundesministerin Elisabeth Gehrer verlieh am Montag (14. 06.) im Rahmen eines Festaktes im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur den Gabriele Possanner-Staatspreis 2003 an die Grazer Philosophin a.o. Prof. Dr. Elisabeth List und die Possanner-Förderungspreise 2003 an Dr. Gabriele Habinger und MMag. Dr. Gabriele Michalitsch.

Bildungsministerin Gehrer hob anlässlich der Verleihung der Preise für wissenschaftliche Leistungen, die der Geschlechterdemokratie in Österreich förderlich sind, hervor, dass es immer mehr Frauen gebe, die außerordentliche und hervorragende Leistungen im Bereich der Wissenschaft erbringen. „Die Preise sind ein Zeichen dafür, dass viele Fortschritte und Verbesserungen für wissenschaftlich arbeitende Frauen erreicht wurden“, so die Ministerin. Trotzdem müssten weiterhin alle Anstrengungen unternommen werden, die Gleichstellung von Männern und Frauen im Wissenschafts- und Forschungsbereich, wie in vielen anderen Bereichen auch, weiterhin voranzutreiben. „Gezielte Frauenförderung ist nicht nur eine Frage der gerechten Chancenverteilung, sondern auch eine Notwendigkeit, um im internationalen Wettbewerb weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben“, so Gehrer.

Bereits mehr als 50 Prozent der Studierenden sind heute Frauen. „Gezielte Fördermaßnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils auch bei Assistenten und Professoren sind mir immer ein persönliches Anliegen gewesen. Wir müssen Frauen fördern, damit Wissenschafterinnen jenen Platz in einem immer noch männlich dominierten Wissenschaftssystem erhalten, der ihnen zusteht.“ Seitens des Bildungsministeriums gibt es neben der Förderung frauenspezifischer Publikationen und Forschungsschwerpunkten auch umfangreiche Stipendienprogramme speziell für Frauen (z.B. Charlotte Bühler- oder Hertha Firnberg-Programm). Im Programm FFORTE (Frauen in Forschung und Technologie) werden Frauenförderungsinitiativen auf allen Stufen der Ausbildung, in der Forschung und in Unternehmen gesetzt. Im Universitätsgesetz 2002 ist der Gleichstellung von Frauen und Männern erstmals ein eigener Abschnitt gewidmet.

Bereits zum vierten Mal vergibt das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur den Gabriele Possanner-Staatspreis für das wissenschaftliche Lebenswerk einer Person, das auf die Verwirklichung der Geschlechterdemokratie förderliche Auswirkungen hat. Der Preis ist mit 7.300 Euro dotiert. Darüber hinaus werden zwei Gabriele Possanner-Förderungspreise, dotiert mit je 1.900 Euro, für wissenschaftliche Einzelleistungen vergeben. Erstmals wurden die Possanner-Preise 1997 zum Gedenken an die vor 100 Jahren erfolgte erstmalige Verleihung eines akademischen Grades an eine Frau durch eine Universität auf dem jetzigen Staatsgebiet der Republik Österreich verliehen.

Der Jury für die Gabriele-Possanner-Preise 2003 gehörten an: BM a.D. Johanna Dohnal (Wien), Univ. Prof. Dr. Ute Gerhard (Gesellschaftswissenschafterin, Frankfurt/M.), Univ. Prof. Dr. Eva Kreisky (Politikwissenschafterin, Wien), Univ. Prof. Dr. Susanne Schunter-Kleemann (Wirtschaftswissenschafterin, Bremen), Univ. Prof. Dr. Edith Saurer (Historikerin, Wien).
     
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