Brauner: Neue Modelle für betreute Wohnformen  

erstellt am
15. 12. 04

Gesundheits- und Sozialstadträtin Renate Brauner präsentiert nächste Umsetzungsschritte des Geriatriekonzepts
Wien (rk) - "Jeder Wiener und jede Wienerin soll die Betreuung und Pflege bekommen, die er oder sie individuell braucht. Unter diesem Gesichtspunkt prüfen und optimieren wir laufend die bestehenden Angebote der Stadt Wien. Gerade Menschen, die von direkter oder indirekter Wohnungslosigkeit betroffen und eine körperliche, psychische oder soziale Beeinträchtigung aufweisen, waren in der Vergangenheit oft auch in Geriatriezentren und Spitälern untergebracht. Diese Personen benötigen aber keine intensivmedizinische Betreuung, wie sie ebendort zur Verfügung steht. Wir planen deshalb, diese Menschen ab dem Jahr 2005 in zusätzlichen eigenen geschützten Wohnräumen zu betreuen", präsentierte Wiens Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a Renate Brauner am Dienstag (14. 12.) ein neues Projekt, das einen wesentlichen Teil ihres Geriatriekonzepts darstellt.

Individuelle Betreuung durch optimale Wohnformen
Neben den Einrichtungen für alte und pflegebedürftige Menschen gilt dies ebenso für psychiatrische Einrichtungen sowie für die Einrichtungen der Wiener Wohnungslosenhilfe. "Viele Menschen können in kleinen Wohneinheiten mit der geeigneten Unterstützung selbstständig einen Haushalt führen", stellt Brauner klar. "Im Sinne der PatientInnen bzw. BewohnerInnen, des Pflege- bzw. Betreuungspersonals und nicht zuletzt auch im Sinne einer gesamtwirtschaftlichen effizienten Steuerung bedarf es daher neuer Wohnangebote für diese Menschen. Im Sinne einer bestmöglichen Betreuung wollen wir ihnen ein adäquates Angebot bieten", so Brauner.

Bedarf geschützter Wohnraum
Derzeit werden in den städtischen Pflegezentren rund 400 Menschen stationär betreut, die aufgrund einer fehlenden hauswirtschaftlichen oder sozialen Versorgung hier untergebracht wurden.

In den Einrichtungen der Wiener Wohnungslosenhilfe befinden sich rund 300 Menschen in Betreuung, für die ein selbstständiges Wohnen in einer eigenen Wohnung nicht mehr möglich ist.

In den Wiener Krankenanstalten, speziell im psychiatrischen Versorgungsbereich wird in Kürze eine Bedarfserhebung erfolgen.

Was umfasst das neue Wohnangebot?
Eine eigene Assessmentgruppe erstellt derzeit die konkreten Qualitätskriterien für das zukünftige Wohnangebot.

Qualitätskriterien für geschütztes Wohnen in betreuten Wohnhäusern mit Kleinwohnungen

  • Maximal 70 BewohnerInnen
  • Möglichst barrierefreier Zugang - es müssen zumindest 2-3 rollstuhlgerechte Wohneinheiten und rollstuhlgerechter Zugang zu Sozialräumen sein.
  • komplett möblierte Kleinwohnungen für Einzelpersonen oder 2 Personen (Paare)

Das Personalangebot einer solchen Einrichtung umfasst Leistungen von Heimhilfen, SozialarbeiterInnen, WohnbetreuerInnen, Sozialarbeit, Heimleitung und soll bei Bedarf auch auf mobile ambulante Hilfeleistungen zugreifen können. Das ärztliche Angebot ist je nach Bedarf.

Planungszeitraum geschütztes Wohnen
Für das Jahr 2005 hat der Fonds Soziales Wien 200 geschützte Wohnplätze geplant. Diese sollen in den kommenden Jahren sukzessive erhöht werden. Ziel ist es, diese Einrichtungen über möglichst alle Wiener Gemeindebezirke zu streuen.

Konkret überprüft der Fonds Soziales Wien (FSW) derzeit die Machbarkeit von fünf Projekten mit je knapp 60 Wohnplätzen.

  • 2 Projekte des Verein Neuner Haus mit 60 bzw. 70 Wohnplätzen
  • 1 Projekt des Wiener Hilfswerk mit 40 Wohnplätzen
  • 2 Projekte der Heilsarmee mit je 60 Wohnplätzen

Bei einer Umsetzung von 700 Plätzen sind Gesamtkosten von rund 9 Millionen Euro für den laufenden Betrieb zu erwarten.

Bereits vorhandene Einrichtungen
Modellprojekte zur Absiedlung aus Pflegeeinrichtungen mit gesamt 162 Plätzen bestehen derzeit in Einrichtungen der Caritas Wien (20. Bezirk), des Wiener Hilfswerks (12. Bezirk) und der ARGE Nichtsesshafte (22. Bezirk).

Modellprojekte zur Absiedelung aus der Wohnungslosenhilfe mit 238 Plätzen bestehen derzeit mit der ARGE Nichtsesshafte (3., 16. und 21. Bezirk), dem Neuner Haus (3. Bezirk) und der Caritas Wien (18. Bezirk).

Geriatriekonzept neu - bisher gesetzte Maßnahmen
Unter dem Motto "Der Mensch im Mittelpunkt" erinnerte Stadträtin Renate Brauner abschließend an die bisher erfolgten Maßnahmen ihres neuen Geriatriekonzepts:

  • Beschluss des Wiener Wohn- und Pflegeheimgesetzes mit der Ermöglichung von innovativen Modellen
  • Verkleinerung und Öffnung des Geriatriezentrums am Wienerwald
  • Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Privaten mit modernen
  • Finanzierungsmodellen
     
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