Regulierungsbehörden der EU wollen den Wettbewerb bei der Internettelefonie fördern  

erstellt am
14. 02. 05

Brüssel (eu-int) - „Sprache über das Internet-Protokoll (VoIP) hat das Potenzial, die bestehenden Marktstrukturen gründlich zu verändern“. Dies wurde heute von der Gruppe Europäischer Regulierungsstellen (ERG) betont, welche die 25 nationalen Regulierungs- behörden vereint, die für die elektronischen Kommunikationsmärkte zuständig sind. Auf einer Tagung in Brüssel nahm die ERG eine gemeinsame Erklärung zu VoIP-Dienste an, um die Einführung und weit verbreitete Nutzung der Internettelefonie in Europa zu erleichtern. Die Europäische Kommission ihrerseits sieht in einer EU-weiten liberalen Politik bei der Internettelefonie den besten Weg zur Förderung des Wettbewerbs zwischen Internet-Telefonanbietern und herkömmlichen Telefonnetzbetreibern.

„Ich möchte mich stark machen für ein offenes, wettbewerbsförderndes Herangehen an die Internettelefonie in allen 25 Mitgliedstaaten der Europäischen Union, und begrüße daher das heutige erste positive gemeinsame Signal der nationalen Regulierungsbehörden“, erklärte die für Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding. „VoIP wird zu vielseitigen und innovativen Diensten auf dem Markt führen, die auf Verbraucher und Unternehmen noch größere Auswirkungen als E-Mail haben könnten. Und Sprache über das Internet-Protokoll ist nur die Spitze des Eisbergs. IP-gestützte Netze und Dienste werden zur Grundlage eines ganz neuen Spektrums von Kommunikationsdiensten, die nicht nur unmittelbar den Verbrauchern nutzen, sondern sich auch rasch auf die gesamte Wirtschaft auswirken. Ich bin überzeugt, dass die Europäische Kommission und die nationalen Regulierungsbehörden bei der weiteren Entwicklung des Marktes gemeinsam sicherstellen werden, dass die Einführung neuer IP-gestützter Dienste nicht auf regulatorische Hindernisse stößt.“

Bis vor kurzem war VoIP im Wesentlichen ein Nischenphänomen (ähnlich wie E-Mail und das Internet vor einem Jahrzehnt), doch jetzt ist sie in die wichtigsten Märkte für Verbraucher und Unternehmen vorgedrungen. Mit der Verbreitung der IP-Technologie werden die heutigen Fernsprechnetze vollständig umstrukturiert, wodurch die elektronische Kommunikationsinfrastruktur der EU flexibler und kostengünstiger wird.

Die Kommission führte im Juni 2004 eine öffentliche Konsultation über die Internettelefonie durch, um die regulatorischen Fragen in Bezug auf VoIP-Dienste zu klären. Kommissarin Reding und ihre Dienststellen werden die Ergebnisse dieser Konsultation in den kommenden Monaten nutzen und eng mit den nationalen Regulierungsbehörden zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die Internettelefonie ihr erhebliches Potenzial für eine Stärkung der Innovation und der Marktzugangsmöglichkeiten für neue Wettbewerber auf dem Gebiet der elektronischen Kommunikation entfalten kann.
     
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