Niederösterreichisches Hospiz- und Palliativkonzept  

erstellt am
07. 04. 05

Bohuslav, Sobotka: 1. flächendeckender Ausbauplan in Österreich
St. Pölten (nlk) - In Wien präsentierten Landesrätin Dr. Petra Bohuslav und Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka am Mittwoch (06. 04.) den Ausbauplan zur Versorgung und Pflege von unheilbar kranken und sterbenden Patienten in Niederösterreich. Dieser erste flächendeckende Ausbauplan in Österreich soll bis 2012 in drei Stufen umgesetzt werden.

Die Hospiz- und Palliativversorgung sei die pflegerische, medizinische, psychosoziale und spirituelle Betreuung unheilbar kranker und sterbender Patienten, erklärte dabei Bohuslav. Aufbauend auf den Erfahrungen seit der Einrichtung des ersten stationären Hospizes in Melk 1998, den bestehenden 25 mobilen Hospizteams und vier Pilotprojekten in niederösterreichischen Spitälern 2002/2003 sollen nun sechs verschiedene Formen der Betreuung angeboten werden.

Bohuslav, zuständig für mobile Hospizteams, Tageshospiz und stationäre Hospize, führte dabei aus, die mobilen Teams erfüllten bereits einen guten Abdeckungsgrad und würden nur um ein weiteres in NÖ Süd ergänzt. Bei den stationären Betten gebe es derzeit in Melk, Tulln und Wiener Neustadt je sechs; dazu kämen bis 2006 sechs Betten in Mistelbach und bis 2008 sechs weitere in Horn. Im Bereich Tageshospiz entstehen bis 2010 im Haus an der Traisen in St. Pölten sechs Betten.

Sobotka betonte, dieses Konzept sei die richtige Antwort auf alle Fragen der Euthanasie, es gehe um aktive Sterbebegleitung, nicht um aktive oder passive Sterbehilfe. Die sechs Formen der Betreuung seien speziell auf individuelle und regionale Situationen abgestimmt, Feinjustierungen werde es je nach demografischer Entwicklung noch geben. Für den muralen Bereich führte Sobotka aus, die mobilen Palliativteams würden auf 2 erweitert, der palliative Konsiliardienst von derzeit 2 auf 17 und die Palliativstationen in Krankenhäusern von derzeit 2 auf 9. Zu Waidhofen an der Thaya und Scheibbs kämen in der ersten Stufe Amstetten, Lilienfeld und Krems, in der zweiten Hollabrunn und Baden sowie in der dritten Mistelbach und Wiener Neustadt dazu, wodurch es insgesamt 66 Betten geben werde.

Die flächendeckende Umsetzung dieser Pflegeformen werde bis 2012 6,9 Millionen Euro kosten und eine deutliche Qualitätsverbesserung in der Versorgung der Pflegebedürftigen bringen. Zudem würden dadurch Krankenhauskosten verringert, so Sobotka.
     
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