Spitzenmedizin im Wiener Otto-Wagner-Spital  

erstellt am
18. 04. 05

Verbesserte Röntgenmöglichkeiten und Spezialstation für LungenkrebspatientInnen
Wien (rk) - Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a Renate Brauner eröffnete am Freitag (15. 04.) im Otto-Wagner-Spital eine hochmoderne Magnetresonanztomographie-Anlage (MR) sowie die österreichweit erste Respiratory Oncology Unit (ROU), eine interdisziplinäre Abteilung für eine ganzheitliche Betreuung von LungenkrebspatientInnen. "Mit diesen Investitionen wird die Qualität der Behandlung im Sinne der PatientInnen weiter verbessert und die medizinische Top-Versorgung in Wien ausgebaut", so Brauner.

Ganzkörper-Röntgenuntersuchungen bei Tumorpatienten möglich
Der Magnetresonanztomograph der Firma Siemens steht für alle Einsatzgebiete des Otto-Wagner-Spitals zur Verfügung und bietet schnelle und wenig strahlenbelastende Untersuchungen auf höchstem medizinischen Niveau. "Die MR-Anlage verfügt über moderne Hard- und Software und ermöglicht erstmals auch die Durchführung von Ganzkörper-Untersuchungen, was besonders den TumorpatientInnen des Otto-Wagner-Spitals zugute kommen wird", so der Vorstand des Röntgeninstitutes, Univ. Prof. Prim. Dr. Gerhard Mostbeck.

Um sich mit der neuen Untersuchungsmethode der hochmodernen Anlage vertraut zu machen, absolvierte das Personal der Röntgenabteilung im Voraus umfangreiche Fortbildungen. Die MR- Anlage befindet sich in einem eigenen Container-Bau mit einer Gesamtfläche von 83 m². Täglich werden zehn bis zwölf PatientInnen untersucht.

Interdisziplinäres Team begleitet die PatientInnen in allen Krankheitsstadien
Im Rahmen der Feierlichkeiten nahm Stadträtin Brauner auch die Eröffnung der österreichweit ersten Respiratory Oncology Unit (ROU) an der 1. Internen Lungenabteilung im Otto- Wagner-Spital vor. Dabei handelt es sich um eine spezielle Einrichtung, die LungenkrebspatientInnen eine standardisierte und ganzheitliche Betreuung ermöglicht. Jährlich erkranken in Österreich mehr als 3.300 Menschen an Lungenkrebs. Als Hauptursache gilt neben genetischen Faktoren und Schadstoffen in der Umwelt vor allem das Rauchen.

"Lediglich 20 bis 25 Prozent aller Fälle von Lungenkrebs können operiert werden, da erste Krankheitsanzeichen erst sehr spät auftreten", so der Vorstand der 1. Lungenabteilung im Otto-Wagner- Spital, Univ. Prof. Prim. Dr. Otto Burghuber. Nicht operabler Lungenkrebs ist nicht heilbar. Daher steht im Zentrum der Maßnahmen die Verbesserung der Lebensqualität, die Verlängerung des Überlebens und auch pflegerisch-palliative Bemühungen. Dafür sorgt nun auf der ROU ein interdisziplinäres Team, bestehend aus Spezialisten der verschiedenen Fachrichtungen und Berufsgruppen (Fachärzte, Krankenpflegepersonen mit einer speziellen Ausbildung in Onkologie und Palliative Care sowie Physio- und PsychotherapeutInnen, SozialarbeiterInnen und ErnährungsberaterInnen). Dieses Team bespricht einmal wöchentlich die Therapiemaßnahmen jedes einzelnen Patienten und betreut diesen von der Diagnose weg in allen Stadien der Krankheit.

Die Respiratory Oncology Unit im Otto-Wagner-Spital bietet neben der bettenführenden Station und der Ambulanz auch eine Tagesklinik. Diese ermöglicht den PatientInnen beispielsweise tagsüber zur Strahlentherapie zu kommen und abends wieder daheim im Kreise ihrer Angehörigen zu sein. "Durch die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie wurden erstmals verbindliche Qualitätsstandards für Respiratory Oncology Units festgehalten und auch im österreichischen Strukturplan Gesundheit OSG festgeschrieben", so Prof. Burghuber.
     
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