Staatsvertrags-Ausstellung "Österreich ist frei!" eröffnet  

erstellt am
18. 04. 05

Pröll auf der Schallaburg: Blick zurück soll Blick nach vorne schärfen
Schallaburg (nlk) - "Mit der Ausstellung 'Österreich ist frei!' wollen wir jener Epoche unserer Geschichte und jener Menschen gedenken, die damals Verantwortung getragen haben und auf deren Leistungen wir heute aufbauen können. Dabei soll der Blick zurück auch den Blick nach vorne schärfen", betonte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll am Freitag (15. 04.) anlässlich der Eröffnung der großen Staatsvertrags-Ausstellung auf der Schallaburg. Niederösterreich sei auch jenes Bundesland gewesen, das am schwersten an den Kriegsfolgen zu leiden hatte. Deshalb habe Niederösterreich auch wie kein zweites Bundesland die Freiheit und Unabhängigkeit ersehnt, betonte Pröll. Schließlich seien es auch mit Leopold Figl und Julius Raab zwei große Niederösterreicher gewesen, die den Staatsvertrag verhandelt hätten.

Für den Landeshauptmann ist der Staatsvertrag mehr als "nur ein Dokument mit Papier und Tinte sowie Brief und Siegel". "Es ist das entscheidende Dokument als ein Endpunkt des Zweiten Weltkrieges und der Angst und als Anfang von Aufbau, Demokratie, Wohlstand, Sicherheit, Freiheit und Selbstverständlichkeit", so Pröll. Der Weg dabei sei steinig gewesen, "gesäumt von Blut, Tränen und Schweiß", aber auch geprägt vom Glauben an Österreich und einem ehrlichen und tiefen Bekenntnis zur Herkunft.

Diese Ausstellung soll dazu beitragen, so Pröll, ständig zu hinterfragen, "was wir heute vorfinden", Erreichtes zu vermehren und nicht zu verprassen und im Geiste eines Leopold Figl und Julius Raab auch etwas für die Allgemeinheit zu leisten.

Für Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel zeigt diese Ausstellung, dass Geschichte nichts Abstraktes ist und dass "der Blick zurück das Bewusstsein der Gegenwart schärft". Persönlichkeiten wie Figl und Raab hätten sich daran gemacht, die Zukunft zu gewinnen. Auch sie hätten zu ihrer Zeit den Blick zurück gemacht, vor allem aber deshalb, um es besser zu machen. Schüssel dankte auch Russland für die Öffnung der Archive und die Leihgabe des Staatsvertrags-Originals, was er als großen Vertrauensbeweis bezeichnete.

Die Chance zur Freiheit sei auf jeden Fall genützt worden. Die Geschichte Österreichs sei aber immer auch eng mit der Geschichte Europas im Zusammenhang gestanden, betonte Schüssel. Umso wichtiger sei es, "auch in Zukunft über den Tellerrand hinaus zu schauen", gute Nachbarn zu sein und Mut und Zuversicht zu zeigen.
     
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