Religionsunterricht in allen Facetten am Stephansplatz  

erstellt am
13. 04. 05

Zelt zur "Woche des Religionsunterrichts" ist Schauplatz religionspädagogischer Vielfalt
Wien (stephanscom.at) - Religionsunterricht in all seiner Methodenvielfalt und konfessionellen Breite wurde am Dienstag (12. 04.) auf dem Wiener Stephansplatz anschaulich. "Religion im Zelt" nannte sich ein Event im Rahmen der "Woche des Religionsunterrichts", das zu einer beeindruckenden Leistungsschau wurde, wie Heranwachsenden Glaube und Religion in ansprechender Weise näher gebracht werden kann. Das Zelt im Herzen der Wiener City bot allen Interessierten Einblicke, welch kreatives Potenzial Religionsunterricht bei Schülern wecken kann: Auf der Bühne präsentierten christliche, islamische und jüdische Schüler z.B. Szenen aus dem Erfolgsmusical "Jesus Christ Superstar", szenische Umsetzungen eines Bildes von Marc Chagall und einen von Schülern gedrehten religiösen Kurzfilm. Begonnen hatte der Reigen entsprechend der breiten Ausrichtung der erstmals durchgeführten "Woche des Religionsunterrichts" mit einem multireligiösen Gebet. Als Moderatorin fungierte die frühere katholische Religionslehrerin und jetzige ORF-Wetter-Redakteurin Christa Kummer.

Auch viele zunächst unbeteiligte Passanten wurden vom bunten Geschehen in das Zelt gelockt: Schon vor dem Eingang konnte man das berühmte Chartres-Labyrinth begehen und sich damit symbolisch auf den Weg in die eigene Mitte begeben. Im Innenraum zogen u.a. von Schülern kunstvoll gestaltete Seidentücher mit Motiven der sechs Schöpfungstage, reichlich bestückte Info-Stände mit religionspädagogischen "Kniffen" und Kinder in Kostümen biblischer Gestalten die Blicke auf sich. Ein von Oberstufenschülern betreuter Fair-Trade-Stand dokumentierte, dass der Religionsunterricht auch gesellschaftspolitisches Engagement weckt. Von Kindern verzierte Kerzen standen für die mystischen Momente des Schulalltages. Junge Kolporteure vertrieben die "Reli-News", eine von Schülern und Religionslehrern gestaltete Zeitung. Verantwortliche der Islamischen Glaubensgemeinschaft und der Israelitischen Kultusgemeinde gaben über ihre Erziehungsziele ebenso bereitwillig Auskunft wie die Vertreter des katholischen, evangelischen, altkatholischen und orthodoxen Religionsunterrichtes. An einer Zeltwand hingen eine orthodoxe Ikone und ein Filmplakat über den Luther-Film einträchtig nebeneinander.

Der katholische Fachinspektor Christian Romanek zog im Gespräch mit "Kathpress" namens der Veranstalter eine positive Zwischenbilanz. Das Event schlage in mehrfacher Hinsicht Brücken: Leute von der Straße würden angesprochen und könnten sich ein authentisches Bild über die vielen Facetten des schulischen Religionsunterrichtes machen. Aber auch untereinander kämen die Religionslehrer der verschiedenen Religionen und Konfessionen in einen regen Austausch, so Romanek.

Die "Woche des Religionsunterrichts" unter dem Motto "Leben.Gut.Ganz.Sinnvoll" stellt den konfessionellen Religionsunterricht dar und dauert noch bis kommenden Samstag.
     
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