Neues Tageszentrum für ältere Menschen in Simmering  

erstellt am
20. 04. 05

Brauner präsentiert aktuelle Betreuungsprojekte
Wien (rk) - In Simmering wird ein neues Tageszentrum für die Betreuung älterer WienerInnen entstehen. Die Finanzierung dieses Projekts wurde vergangene Woche im Gemeinderatsausschuss für Gesundheit und Soziales beschlossen. "Mit dieser neuen Einrichtung bauen wir die Betreuung älterer Menschen in Wien weiter aus. Ziel ist es, unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger dabei zu unterstützen, möglichst lange in ihrer gewohnten Wohnumgebung leben zu können. Darüber hinaus wollen wir damit pflegende Angehörige entlasten", so Wiens Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag. Renate Brauner am Dienstag im Mediengespräch des Bürgermeisters. Das neue Tageszentrum wird rund 50 Betreuungsplätze anbieten. Mit der Umsetzung soll noch heuer begonnen werden. Derzeit läuft die Standortsuche im Bezirk.

Tageszentren - Individuelle Betreuung
In Wien gibt es 14 Geriatrische Tageszentren, die von der Stadt Wien/Fonds Soziales Wien, Caritas der Erzdiözese Wien, Caritas Socialis (CS), Israelitische Kultusgemeinde, Wiener Hilfswerk und Wiener Sozialdienste angeboten werden. Zusätzlich gibt es je ein spezielles Tageszentrum für an Alzheimer bzw. Multipler Sklerose Erkrankte. Insgesamt werden dort monatlich rund 1000 KlientInnen betreut, pro Tag stehen in Wien 700 Betreuungsplätze zur Verfügung. Die Stadt Wien hat im Jahr 2004 für sämtliche Leistungen aller Tageszentren rund 8,3 Mio. Euro aufgewendet. Sieben der Geriatrischen Zentren werden vom Fonds Soziales Wien betrieben und bieten vielfältige Möglichkeiten, den Tag zu gestalten. Das Angebot reicht von gemeinsamen Mahlzeiten über therapeutische Übungen bis hin zu Bastel- und Musikkursen. Gemeinsam mit den MitarbeiterInnen können KlientInnen auch ihre Wäsche waschen oder erhalten Unterstützung bei der Körperpflege. Ausflüge und Feste stehen ebenso auf dem Programm.

Neuer Pavillon im Geriatriezentrum Baumgarten
Im Juni eröffnet der komplett renovierte und modernisierte Pavillion 6 im Geriatriezentrum Baumgarten. Rund 5 Mio. Euro wurden in die knapp zwei Jahre dauernden Umbauarbeiten investiert. Während der Renovierungsarbeiten waren die BewohnerInnen in das benachbarte sogenannte St. Rochhusheim umgezogen. In den kommenden Wochen werden alle 65 Personen sowie sämtliche MitarbeiterInnen in den neuen Pavillon zurück übersiedeln. Der Standort St. Rochusheim wird aufgelassen.

"Alt werden in Wien" - Informationstag am 30. April im Rathaus
Unter dem Motto "Alt werden in Wien - die Stadt ist für Sie da" lädt die Stadt Wien am 30. April 2005 von 08:30-15:00 Uhr alle WienerInnen bei freiem Eintritt zu einer großen Publikumsveranstaltung in das Rathaus ein. In den Sälen des Rathauses wird das umfangreiche Pflege- und Betreuungsangebot der Stadt präsentiert: Das "Pflegenetzwerk" reicht von der ambulanten Unterstützung zuhause über geriatrische Tageszentren, betreutes Wohnen bis hin zu stationärer, medizinischer Pflege. Die BesucherInnen erwarten fachärztliche Sprechstunden, viele kostenlose Gesundheitschecks wie Blutdruck-, Hör-, Seh- und Lungenfunktionstest sowie Ernährungs- und Lebensstilberatung. Bei interessanten Vorträgen berichten ExpertInnen über Themen wie Sexualität im Alter oder Demenzerkrankungen und beraten in rechtlichen Fragen. Ein Showprogramm sorgt für Unterhaltung, Fachexperten stehen auch für persönliche Fragen an den verschiedenen Info-Ständen zur Verfügung.

Fachtagung - 8. Wiener Internationaler Geriatriekongress
Am 20. April startet eine dreitägige Fachtagung zum Thema Geriatrie in Wien. Im Rahmen des 8. Wiener Internationalen und 45. Österreichischen Geriatriekongresses widmen sich ExpertInnen zahlreichen, für ältere Menschen relevanten medizinischen Themen. Das Motto in diesem Jahr lautet "Frailty" (Gebrechlichkeit, Hinfälligkeit, Pflegeabhängigkeit). Während des Kongresses werden neue Erkenntnisse zur Entstehung, Behandlung und Vorsorge präsentiert.

Ignatius Nascher Preis: Stadt Wien fördert Forschung im Bereich der Altersmedizin
Im Rahmen des Wiener Internationalen Geriatriekongresses wird zum sechsten Mal der Ignatius-Nascher-Preis der Stadt Wien für Geriatrie verliehen. Der Hauptpreis in Höhe von 7.270 Euro ist dem Lebenswerk eines für die Geriatrie engagierten Menschen gewidmet, zusätzlich wird ein Förderpreis in Höhe von 3.635 Euro vergeben. Der Namensgeber des Preises, Ignatius Nascher, der als Vater der Geriatrie bezeichnet wird, wurde 1863 in Wien geboren und wanderte später nach Amerika aus. Anlässlich eines Besuches des Versorgungsheimes Lainz im Jahre 1908 war er von dem damaligen modernen Konzept zur Betreuung alter und gebrechlicher Menschen in Wien so begeistert, dass er den Begriff der Geriatrie - der Medizin des Alten Menschen - prägte.

Zusätzlich vergibt die Österreichische Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie das Walter Doberauer Stipendium. Es zeichnet junge Forscher für ein innovatives Projekt aus und ist mit 5.000 Euro dotiert.
     
zurück