Schulstrukturreform in Niederösterreich  

erstellt am
02. 05. 05

Pröll: Wollen damit Schulstandorte sichern und vorhandene Ressourcen optimal einsetzen
St. Pölten (nlk) - Niederösterreich geht angesichts der sinkenden Schülerzahlen einen neuen Weg in der Schulorganisation. Künftig soll es statt der bisher 21 Schul-Organisationeinheiten und den 4 Statutarstädten, die ident waren mit den Verwaltungsbezirken, 5 Bildungsregionen geben. „Damit soll gewährleistet werden, dass in jeder Gemeinde der Schulstandort gesichert werden kann“, betonte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll am Freitag (29. 04.) gegenüber Medien- vertretern. „Gleichzeitig soll damit erreicht werden, dass nicht mehr die Schüler, sondern – wenn erforderlich – die Lehrer pendeln.“ Außerdem könnten mit diesem Modell, mit dem Niederösterreich „eine österreichweite Vorreiterrolle übernimmt“, Arbeitsplätze für Lehrer abgesichert werden, unterstrich Pröll.

An der Spitze der Bildungsregion steht ein Bildungsmanager, der neben der Organisation sowie der effizienten Personalverwaltung und des effizienten Personaleinsatzes auch für die Lehrerfortbildung und die pädagogische Koordination verantwortlich zeichnet. „Mehrere Kleinschulen werden unter einer Direktion zusammengefasst, die Lehrer unterrichten an mehreren Schulen“, so Pröll, der überzeugt ist, dass mit dieser Strukturreform personelle und materielle Ressourcen effizienter eingesetzt werden können. „Die Anzahl der Stunden wird somit auf mehrere Lehrer aufgeteilt.“ Zudem werde es innerhalb der Bildungsregion auch einen so genannten Personalpool und somit – wenn erforderlich – Personalreserven geben.

Dieser Schulstrukturreform in Niederösterreich sind intensive Gespräche mit Experten vorangegangen und sie ist auch angesichts der demografischen Entwicklung notwendig. Habe es Anfang der siebziger Jahre in Niederösterreich, so der Landeshauptmann, noch rund 27.000 Schulanfänger gegeben, seien es im laufenden Schuljahr 16.800. Und die Zahl der Schulanfänger wird weiter sinken: Im Schuljahr 2007/2008 werden es nur mehr rund 14.000 sein, im Schuljahr 2010/2011 wird die Zahl der Schulanfänger sogar nur mehr 10.000 betragen. Angesichts dieses rasanten Rückgangs wären viele Schulstandorte in Niederösterreich gefährdet, so der Landeshauptmann. Deshalb sei es notwendig gewesen, zeitgerecht „ein Maßnahmenpaket zu schnüren“ und neue Bildungsstrukturen in Niederösterreich zu schaffen.

Derzeit werden für die Schulstrukturreform die rechtlichen Maßnahmen ausgearbeitet. Pröll: „Noch vor dem Sommer soll diese Gesetzesnovelle im NÖ Landtag beschlossen werden, damit sie bereits mit Beginn des neuen Schuljahrs in Kraft treten kann.“
     
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