Bundeskanzler Schüssel verlieh Stuart Eizenstat das Große Goldene Ehrenzeichen  

erstellt am
04. 05. 05

Wien (bpd) - Bundeskanzler Wolfgang Schüssel verlieh am Dienstag (03. 05.) dem ehemaligen amerikanischen Vizefinanzminister und Diplomaten Stuart Eizenstat das Große Goldene Ehrenzeichen mit dem Stern. Eizenstat war in seiner Eigenschaft als Sonderbeauftragter für Ansprüche aus der Zeit des Holocaust maßgeblich am Zustandekommen des österreichischen Versöhnungsfonds beteiligt, der im Jahr 2000 in Kraft getreten ist. „Heuer begehen wir den 60. Geburtstag der Zweiten Republik, das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Befreiung der Konzentrationslager. Es ist ein Jahr des Gedenkens und der richtige Moment, das Zustandekommen des Versöhnungsfonds mit Stuart Eizenstat noch einmal zu feiern“, sagte Schüssel in seiner Lobrede. Er verwies auf die großen Verdienste von Stuart Eizenstat, den Opfern des Nazi-Regimes späte Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.

Schüssel erinnerte an die vielen Verhandlungen, die schließlich zum erfolgreichen Abschluss des Versöhnungsfonds geführt haben. Mit dem Vertrag von Washington, der mit Hilfe von Eizenstat zustande kam, wurden wesentliche Lücken der österreichischen Gesetzgebung der Nachkriegszeit geschlossen. „Ich habe in dieser Zeit nicht nur die diplomatischen und juristischen Fähigkeiten Eizenstats kennen und schätzen gelernt, sondern vor allem auch die große Hingabe, mit der Sie sich der schwierigen Thematik der Entschädigungen widmete“, so der Bundeskanzler. „Gemeinsam gelang es uns, den Mythos zu revidieren, dass für die Opfer und Zwangsarbeiter schon alles, was im Bereich des Möglichen lag, getan worden sei.“
     
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