Schottenstift feierte 850-Jahr-Jubiläum  

erstellt am
10. 05. 05

Festgottesdienst in der Schottenkirche, Jubiläumsfest auf der Wiener Freyung - Neue Präsentation des Museums
Wien (stephanscom.at) - Die Benediktinerabtei "Unserer Lieben Frau zu den Schotten" in der Wiener Innenstadt hat am Sonntag (08. 05.) ihr 850-Jahr-Jubiläum mit einem Festgottesdienst gefeiert. Prior Pater Nikolaus Poch, der den erkrankten Abt Heinrich Ferenczy vertrat, freute sich über die vielen Mitfeiernden in der Schottenkirche und beim anschließenden Jubiläumsfest, das die "Schotten" auf der Wiener Freyung veranstalteten. Dabei präsentierten sich auch alle Pfarren, die zum Schottenstift gehören.

Das Schottenstift wurde von den Babenbergern gegründet: Vor genau 850 Jahren berief Herzog Heinrich II. Jasomirgott Mönche aus der Regensburger Benediktinerabtei St. Jakob nach Wien. Schon vorher hatte er als Markgraf von Bayern das Regensburger Kloster kennen und vor allem auch auf Grund der monastischen Lebensweise sowie der Pflege von Wissenschaft und Kultur schätzen gelernt.

Das hohe kulturelle Niveau, das die Mönche in das mittelalterliche Wien brachten, ist heute noch durch Handschriften und Teile der ersten Klosteranlage belegbar. Auch die älteste Marienstatue Wiens, die so genannte Romanische Madonna, geht in ihrer Herkunft auf die Anfangszeit des Klosters zurück.

Obwohl der Name Schottenstift eine Verbindung mit Schottland nahe legt, kamen die ersten Mönche aus Irland. Die Verpflichtung der irischen Herkunft ließ die Mönche bei der Wiener Bevölkerung - trotz allem, was sie für die Stadt leisteten - immer wieder als Fremdkörper erscheinen. Dies führte letztlich dazu, dass im Jahre 1418 Abt Thomas III. (1403-1418) resignierte und mit den restlichen Mönchen Wien verließ.

Noch im selben Jahr wurde das leer stehende Gebäude unter der Führung von Abt Nikolaus III. von Respitz (1418-1428) von Benediktinern der Abtei Melk neu besiedelt. Auf Grund des engen Kontakts sowohl zum Kaiserhaus als auch zur Universität Wien und zu zeitgenössischen großen Künstlern konnten die Mönche im Lauf der Jahrhunderte eine ansehnliche Sammlung von Kunstgegenständen und die größte Privatbibliothek Wiens aufbauen. Zum Jubiläum wurde auch das Museum neu geordnet. Am Dienstag, 10. Mai, wird es um 9.30 Uhr bei einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit präsentiert. "Highlight" des Museums ist der "Schottenmeister-Altar".

Bei dem Fest am Sonntag wurde die "Lebensfreundlichkeit" der benediktinischen Lebensregel vor Augen geführt. Spiel und Spaß für die kleinen Gäste gab es in den Höfen des Schottenstifts: Die Pfadfinder veranstalteten ein eigenes Kinderprogramm. Kulinarische Spezialitäten wurden in Zelten auf der Freyung angeboten: Grillspezialitäten aus dem Landwirtschaftsbetrieb "Siehdichfür" im niederösterreichischen Gänserndorf, Apfelsäfte aus den Landwirtschaftsbetrieben des Schottenstifts in Breitenlee, Bier aus der Stiftsbrauerei Schlägl und stiftseigene Weine.
     
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