Bartenstein: Ukraine ist Zukunftsmarkt und wichtiger Partner für Österreich  

erstellt am
09. 06. 05

Arbeitsgespräch mit Kultur- und Tourismusministerin Bilozir
Wien (bmwa) - Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Martin Bartenstein hat am Mittwoch (08. 06.) die Ministerin für Kultur und Tourismus der Ukraine, Oksana Volodymyrowna Bilozir, zu einem Arbeitsgespräch empfangen. Gesprächsthemen waren die Wirtschafts- und Tourismus- beziehungen zwischen der Ukraine und Österreich sowie die Möglichkeiten verstärkter Zusammenarbeit auf dem Zukunftsmarkt Ukraine. Beide Minister betonten, dass im Bereich der Tourismuswirtschaft sowohl für Österreich als auch für die Ukraine große Entwicklungsmöglichkeiten bestehen.

Die Ukraine ist das flächenmäßig größte Land Europas (größer als Frankreich) und wird von 50 Millionen Menschen bewohnt. Sie verfügt über Gebiete mit großem touristischen Potential, darunter die Halbinsel Krim, die Karpaten, historische Städte und Dörfer sowie Naturschutz- gebiete. Allerdings besteht auch großer Aufholbedarf bei der touristischen Infrastruktur. „In diesem Bereich wird Österreich sowohl Know how einbringen als auch konkrete Aufträge übernehmen" , betonte Bartenstein.

Seit Mai 2003 gibt es in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ein Wiener Kaffeehaus im Institut für Tourismus, Wirtschaft und Recht als Ausbildungsstätte für Tourismusstudenten in Zusammenarbeit mit der Hotelfachschule Modul.

Die Außenhandelsstelle Kiew hat eine umfangreiche Marktstudie „Tourismus in der Ukraine" erarbeitet, die Möglichkeiten und Perspektiven für österreichische Unternehmen und Investoren aufzeigt.

Die Ukraine ist an einem Zustrom europäischer Touristen interessiert und hat, im Zusammenhang mit der Veranstaltung des Eurovision-Songcontest im Vormonat, temporär und einseitig die Visumspflicht für EU-Bürger abgeschafft. Diese Visafreiheit gilt vorläufig bis September 2005.

Die Daten ukrainischer Touristen in Österreich werden erst seit November 2004 eigenständig erfasst. Die Ukraine macht mit 19.500 Ankünften und 83.500 Nächtigungen 2004 ca. 13 % des GUS-Marktes aus. Die ukrainischen Gäste schätzen in Österreich die Sauberkeit, Sicherheit und Gemütlichkeit, die schöne Natur, die hohe Qualität und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Ihre beliebteste Destination ist Salzburg.

Auch die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und der Ukraine entwickelte sich in den letzten Jahren überaus erfreulich: Das Handelsvolumen hat sich in den letzten 10 Jahren (1994-2004) versiebenfacht, und unter den Investoren nimmt Österreich den 9. Rang ein.

Grundlage der bilateralen wirtschaftlichen, auch touristischen, Zusammenarbeit zwischen Österreich und der Ukraine ist das Abkommen über die bilateralen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen vom 31. August 1993, mit dem eine Gemischte Kommission eingerichtet wurde. Im Rahmen dieser Kommission besteht eine Arbeitsgruppe Tourismus, die bereits drei Mal tagte. Bisher konnte eine Reihe wichtiger Themen, wie touristische Aus- und Weiterbildung, Kooperation von Reisebüros, Investitionsmöglichkeiten, Aufbau und Struktur der touristischen Organisation, Tourismusförderungen, Flugverbindungen u.a. behandelt werden.

Während ihres Besuches in Österreich traf die Ministerin ferner mit Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer, mit Kunststaatssekretär Morak sowie mit dem Leiter der Österreich Werbung Dr. Oberascher zusammen.
     
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