Drückender Schuh des Manitu  

erstellt am
08. 06. 05

Abbau von Vorurteilen: indianische SchülerInnen zu Gast in Graz
Graz (stadt) - Mit Karl May- und Lagerfeuer-Romantik hat das Leben der Lakota Sioux-IndianerInnen im US-Bundesstaat South Dakota heute wenig zu tun. Als Minderheit sehen sie sich großteils mit Reservat-Existenz, wirtschaftlicher Abhängigkeit und Diskriminierung konfrontiert. Davon weiß man in Europa wenig.

Auf eine Begegnung zwischen der gebürtigen Fürstenfelderin Andrea Schmidt und der Lakota Sioux-Indianerin Susana Geliga, beide Pädagoginnen in Rapid City, geht das „Lakota-Austrian Youth Exchange Programm“ zurück. Ziel ist es, Vorurteile auf beiden Seiten abzubauen. „Das können wir nur durch persönliche Begegnungen zwischen den jungen Menschen erzielen“, wissen die beiden Initiatorinnen. Denn Vorurteile gibt es auch auf der „anderen“ Seite: „Hier bei uns in Amerika wird das Deutsche oft mit der nationalsozialistischen Vergangenheit in Verbindung gebracht. Deshalb muss dringend Aufklärungsarbeit geleistet werden“, erklärt Susana Geliga.

Internationales Schulprojekt
Als erste Partner für das internationale Schulprojekt „Der Drückende Schuh des Manitu“ konnte die Grazer International Bilingual School (GIBS) gewonnen werden. Insgesamt eine Woche lang waren indianische SchülerInnen aus Rapid City zu Gast in der steirischen Landeshauptstadt, um Land und Leute kennenzulernen. Schon im kommenden Jahr sollen dann KollegInnen aus dem GIBS nach South Dakota reisen und ebenfalls auf „Entdeckungsreise zum Abbau von Vorurteilen“ gehen.

Als Höhepunkt ihres Graz-Aufenthalts wurden die jungen Gäste heute von Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl empfangen und aufgrund des „schafskalten“ Regenwetters mit Graz-Windbreakern ausgestattet: „Eure Zusammenarbeit ist die Basis für ein friedvolles Miteinander in Zukunft“, verdeutlichte der Bürgermeister die Notwendigkeit einer internationalen Vernetzung und betonte: „Ihr könnt maßgeblich dazu beitragen, dass alteingesessenen Vorurteilen endlich der Nährboden entzogen wird, und das könnt ihr am besten, wenn ihr euch persönlich kennen lernt.“
     
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