UrlaubsEuro im Ausland heuer etwas weniger wert  

erstellt am
23. 06. 05

Beliebteste Urlaubsländer der Österreicher sind erneut etwas teurer geworden – Höhere Inflation und schwächerer Euro sind dafür verantwortlich
Wien (ba-ca) - Österreichs Urlauber erhalten in den beliebtesten Urlaubsländern im Durchschnitt nur mehr knapp unter 20 Prozent mehr für ihren UrlaubsEuro als in Österreich. Seit dem Sommer 2004 hat sich damit der Wert des UrlaubsEuros in den wichtigsten Urlaubsländern der Österreicher erneut leicht verringert. "Höhere Preissteigerungen in den Urlaubsländern und zum Teil auch starke Währungen im Vergleich zum Euro machen den Urlaub in den beliebtesten Urlaubsländern der Österreicher heuer etwas teurer", fasst Stefan Bruckbauer von der Konzernvolkswirtschaft der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) die Entwicklung zusammen.

Im weiterhin beliebtesten Urlaubsland der Österreicher, Italien, sind es etwas höhere Preissteigerungen bei den für den Urlaub relevanten Gütern und Dienstleistungen, die den Wert des UrlaubsEuros im Vergleich zu Österreich etwas verringerten, so die Ökonomen der BA-CA in ihrer Analyse. In Kroatien und der Türkei kam zur höheren Preissteigerung auch noch eine Aufwertung gegenüber dem Euro dazu. Dies gilt auch für Ungarn. Klarerweise keine Rolle für den Wert des UrlaubsEuros spielte der Wechselkurs in den beiden Euroländern Griechenland und Spanien, wo jedoch die Preise schneller stiegen als in Österreich. Ebenfalls keine Rolle spielt heuer die Entwicklung des Wechselkurs für den Wert des UrlaubsEuros in Dollardestinationen, da der Wert des Euro derzeit etwa so hoch ist, wie im Sommer des vergangenen Jahres. Beim USA-Urlaub ist der UrlaubsEuro damit heuer etwa so viel wert wie 2004.

Ebenfalls etwa gleich viel für seinen UrlaubsEuro wie im vergangenen Jahr bekommt man in Deutschland und Frankreich, die Preissteigerungen lagen dort nur unmerklich niedriger als in Österreich. Etwas mehr ist der UrlaubsEuro, unter den beliebtesten Reisezielen der Österreicher, heuer nur in der Schweiz wert, allerdings bekommt man trotzdem in den Schweiz weiterhin am wenigsten für seinen UrlaubsEuro, er ist dort, verglichen mit Österreich, nur 77 Prozent wert.

Trotz der höheren Preissteigerungen und der Aufwertung ist der UrlaubsEuro nach Berechnungen der Ökonomen der BA-CA unter den beliebtesten Reisezielen der Österreicher in der Türkei am meisten wert, wo man rund 60 Prozent mehr als in Österreich für den Euro bekommt. Etwas weniger als 50 Prozent mehr als in Österreich bekommt man in Kroatien und in Ungarn, jedoch auch hier mit sinkender Tendenz. In Griechenland, in Spanien, aber auch in den USA ist der UrlaubsEuro nur mehr rund 10 Prozent mehr wert als in Österreich. Nur unwesentlich mehr an Waren und Dienstleistungen als in Österreich erhält der Urlauber aus Österreich in seinem beliebtesten Urlaubsziel, Italien. "Das Angleichen des Preisniveaus in vielen Nachbarländern als Folge der Währungsunion bzw. der Währungsanbindung an den Euro, aber auch aufgrund des wirtschaftlichen Aufholprozesses ist zwar für den Urlauber ein Nachteil, für die Konkurrenzfähigkeit Österreichs aber ein Vorteil", meint Stefan Bruckbauer. Diese Länder müssen daher, um im Tourismus konkurrenzfähig zu sein, mehr Leistung und Qualität bringen, das günstige Preisniveau alleine genügt nicht mehr. Dies ist nach Meinung der BA-CA Ökonomen auch der Preis des gestiegenen Wohlstands in diesen Ländern.

Abschließend weisen die Ökonomen der BA-CA darauf hin, dass es sich um Durchschnittswerte handelt, einzelne Regionen (wie etwa London als Zentralregion) können davon abweichen. Auch bezieht sich das Preisniveau auf den Durchschnitt der Güter und Dienstleistungen in den einzelnen Ländern, einzelnen Produkte können davon deutlich abweichen. Zudem ist die Tatsache, dass das Preisniveau in einigen Urlaubsländern soviel günstiger als in Österreich ist, vor allem auf das hohe Einkommensniveau in Österreich zurückzuführen. Läge Österreichs Preisniveau niedriger, wäre auch das Einkommensniveau geringer - wir könnten uns Urlaube oft gar nicht leisten.

     
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