2006: Europaïsches Jahr der Mobilität der Arbeitnehmer  

erstellt am
01. 07. 05

Brüssel (europarl) - Die Europäische Kommission hat 2006 zum Europäischen Jahr für Arbeitskräftemobilität erklärt. Mit dieser Aktion soll Bewusstsein und Verständnis für den Nutzen einer Auslandstätigkeit in einer neuen Beschäftigung geweckt werden. Erstmals geht es bei einem Europäischen Jahr um Mobilität und Arbeitskräfte.

Durch eine beruflichte Tätigkeit in neuen Ländern und/oder Sektoren können Arbeitkräfte für sich selbst und für ihre Arbeitgeber nützliche Qualifikationen und Erfahrungen gewinnen. Umschulung ist in einer globalisierten und sich wandelnden Wirtschaft unerlässlich. Aktuelle Zahlen ergeben jedoch, dass nur sehr wenige Europäer im Ausland arbeiten. Der Anteil der in einem anderen EU-Staat als ihrem Herkunftsland wohnenden Europäer betrug in den letzten 30 Jahren gleich bleibend 1,5%. In neun EU-Staaten sind 40% der Arbeitskräfte seit über 10 Jahren auf demselben Arbeitsplatz.

Der für Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit zuständige Kommissar, Vladimíir Špidla, nannte einige der Gründe für die geringe Arbeitskräftemobilität in der EU: „Es bestehen noch rechtliche, administrative und sprachliche Hindernisse für die Arbeitskräftemobilität, verknüpft mit mangelnder Kenntnis der bestehenden Informationsquellen und Unterstützungsmöglichkeiten und viele Arbeitskräfte sind nicht von den Vorteilen einer Beschäftigung im Ausland und/oder in einem anderen Sektor überzeugt. Da müssen wir ansetzen.“

Von den für das Europäische Jahr bereitgestellten 6 Millionen Euro sind 4,3 Millionen Euro für Projekte zur Sensibilisierung für die Mobilität vorgesehen, die bei einer Ausschreibung im September eingereicht werden können. Der Rest wird für Großveranstaltungen wie die im Juni nächsten Jahres in Wien geplante Mobilitätskonferenz aufgewendet oder für die Europa-Stellenbörse „Job Fair Europe“ mit Stellenbörsen in 100 europäischen Städten.

Verschiedene Studien über die Auswirkungen der Mobilität sind ebenso geplant wie Versuche zur Erfassung entsprechender aussagekräftigerer statistischer Daten. Ein europäischer Preis wird für die Organisation ausgeschrieben, die am meisten für die Arbeitskräftemobilität getan hat.

In Jahr 2006 können auch die 12 EU-Mitgliedstaaten mit Übergangsregelungen für die Freizügigkeit im Anschluss an die jüngste Erweiterung erwägen, diese eventuell fallen zu lassen. Auf diese befristeten Beschränkungen der Freizügigkeit gegenüber Arbeitskräften aus den neuen Mitgliedstaaten zu verzichten oder sie zu lockern, würde die Arbeitskräftemobilität deutlich fördern. Der offizielle Auftakt zu diesem Jahr findet im Februar 2006 in Anwesenheit des Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso und weiterer Kommissionsmitglieder statt.
     
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