Wellen laufen synchron  

erstellt am
06. 07. 05

Hirnforschung an der Universität Salzburg: Ergebnisse jetzt in NATURE zitiert
Salzburg (universität) - Unser Gehirn schwingt ständig in verschiedenen Frequenzen. Auf bestimmte Reize hin überlagern sich diese Grundschwingungen kurzfristig, die Wellen laufen jetzt synchron. Diese Modellvorstellung vom Ablauf kognitiver Prozesse wird nun durch Forschungen am Fachbereich Psychologie der Universität Salzburg bestätigt.

Die Ergebnisse von Walter Roland Gruber, Wolfgang Klimesch, Paul Sauseng und Michael Doppelmayr, die an der Abteilung Physiologische Psychologie bzw. im Zentrum für Neurokognitive Forschung zusammenarbeiten, wurden im Fachmedium „Cerebral Cortex“ publiziert und jetzt in der Juniausgabe 2005 der renommierten Zeitschrift "Nature Neuroscience Reviews" als Research Highlight zitiert. Damit erfährt die Arbeit der Salzburger EEG-Forscher nun eine wichtige nternationale Würdigung.

Wie Walter Gruber berichtet, werden schon seit langem die kognitiven Aktivitäten in der Gehirnrinde mittels Ableitung von Gehirnströmen (EEG) untersucht. Neue Entwicklungen im Bereich der Zeit/Frequenzanalyse (Wavelets) sowie leistungsstarke Rechner führten in jüngster Zeit zu einem tieferen Verständnis der Abläufe in den neuronalen Netzwerken des Kortex (Gehirnrinde) und der darunter liegenden Verarbeitungszentren.

Die nun bestätigte Modellvorstellung von kurzfristig synchronisierten Grundoszillationen ist deshalb von Bedeutung, weil wahrscheinlich viele Prozesse der Informationsübertragung und -verarbeitung innerhalb und zwischen verschiedenen Hirnregionen nach diesem Muster ablaufen. Gruber dazu: die beobachteten Synchronisationseffekte passen sehr gut zu bereits bestehenden Vorstellungen von der Informationsweitergabe durch „travelling waves“ bzw. von „feedback loops“ im Hirn.

Die Arbeit der Salzburger EEG-Forschungsgruppe wird vom Austrian Science Fond gefördert (Projektnummer: P-13047).
     
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