Innenpolitik / Frauenbeschäftigung  

erstellt am
13. 07. 05

 Heinisch-Hosek: IHS-Studie deckt massive Versäumnisse auf
Nötig ist Großoffensive statt bloßer Behübschungen
Wien (sk) - Eine nicht veröffentlichte Studie im Auftrag des Frauenministeriums stellt eine weit dramatischere Situation bei der Frauenbeschäftigung dar, als sie von Seiten der Regierung zugegeben wird. "Die bisher veröffentlichten Ergebnisse der Studie verwundern nicht. Sie sind durchaus stimmig mit allen bisherigen Untersuchungen - sei es von der OECD, sei es von SORA oder dem WEF. Was skandalös ist, ist das anhaltende Negieren, Wegreden oder zumindest Verharmlosen der Situation von Seiten der Regierung. Wertvolle Zeit geht dadurch verloren", sagte SPÖ-Frauen- und Gleichbehandlungssprecherin Gabriele Heinisch-Hosek am Dienstag (12. 07.) gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. "Die 'Behübschungen' Bartesteins können die bisherigen Versäumnisse jedenfalls nicht wett machen. Was Not tut ist eine Großoffensive für Frauen am Arbeitsmarkt."

Für Heinisch-Hosek stellt sich grundsätzlich die Frage, warum die Untersuchung im Auftrag des Frauenministeriums geheim gehalten wird. "Nachdem die Studien-Ergebnisse das aussagen, was von Seiten der SPÖ immer dargestellte wurde, befleißigt man sich offenbar des Vertuschens. Sinnvoller wäre es wohl, die Energien für wirkliche Lösungen einzusetzen." Die bisherigen Pläne und Maßnahmen der Regierung zählen für Heinisch-Hosek jedenfalls nicht dazu. Die versprochenen 15 Mio. Euro für Wiedereinsteigerinnen sollen lediglich durch Umschichtung im AMS-Budget frei gemacht werden. "Das fehlt dann wieder woanders", so Heinisch-Hosek. "Es ist ein Humbug, die Wählerinnen und Wählern glauben zu machen, es ginge auch ohne Geld."

Heinisch-Hosek verwies auf die skandinavischen Länder, hier vor allem auf Schweden. "Die schwedische Einkommensschere von 18 Prozent ist für die Schweden etwas, an dem man arbeiten muss. Für uns ist es ein Positivbeispiel, von dem man lernen kann." Das schwedische Grundrezept beinhaltet massive Förderung der Väterkarenz und der außerhäuslichen Kinderbetreuung. Die SPÖ-Frauensprecherin fordert eine Reform des Kindergelds, um es auch für Väter attraktiver zu machen; 100 Mio. Euro für Wiedereinstiegsmaßnahmen; Arbeitsstiftungen, die Frauen bei Umschulungen und Arbeitssuche begleiten; verpflichtende Beratungsgespräche noch während der Karenzierung; den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen und einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz sowie ein Bundesrahmengesetz; und die Verbesserung der arbeits- und sozialrechtliche Situationen der Frauen in prekären Beschäftigungsverhältnissen.

 

Scheucher-Pichler: Schweden hat höhere Frauenarbeitslosenrate
Prammer-Jammer nimmt Frauen jegliches Selbstwertgefühl - Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern wird abgebaut
Wien (övp-pk) - "Verwundert" zeigt sich ÖVP- Frauensprecherin Elisabeth Scheucher-Pichler über die SPÖ, die Schweden permanent als Vorbild in der Frauenpolitik darstelle. In der ÖVP könne man dies "absolut nicht nachvollziehen". Die Frauenarbeitslosenquote sei in Schweden laut EUROSTAT mit 6,3 Prozent höher als in Österreich (5,4 Prozent). In der EU sei die Frauenarbeitslosenquote mit 9,9 Prozent sogar markant über jener Österreichs. "Da frage ich mich schon, warum die SPÖ Staaten mit schlechtern Zahlen hochjubelt und Österreich krankjammert." Scheucher-Pichler: "Dieser politisch motivierte permanente Prammer- Jammer nimmt den Frauen jegliches Selbstwertgefühl."

Scheucher-Pichler zeigte auch auf, dass der Einkommens- Unterschied zwischen Frauen und Männern laut Sozialbericht des Sozialministeriums seit 1980 kleiner werde. So lag laut diesem Bericht 1980 das Frauenmedianeinkommen arbeitszeitbereinigt bei 71,2 Prozent des Männermedianeinkommens. 2002 war das Frauenmedianeinkommen bei 82,2 Prozent. Scheucher-Pichler: "Ich bin überzeugt davon, dass sich diese Werte weiter verbessern werden."

Die ÖVP-Frauensprecherin wies auch darauf hin, dass Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein und Frauenministerin Maria Rauch-Kallat vehement gegen Diskriminierungen am Arbeitsmarkt auftreten würden. "Wenn Fälle von Diskriminierungen bekannt sind, sollen diese aufgegriffen und über das Arbeits- und Sozialgericht verfolgt werden."

Abschließend verweist Scheucher-Pichler auf ein Programm von Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein für spezielle Qualifizierungen von Frauen in Berufen abseits der traditionellen Rollenbilder. Mit insgesamt 15 Millionen Euro sollen in den nächsten drei Jahren Frauen vermehrt in handwerkliche und technische Berufe geführt werden. Man rechne mit 1.500 bis 2.000 Frauen, die unabhängig von ihrem bisherigen Qualifikationsniveau an diesem Programm teilnehmen werden. Konkrete Ausbildungsinhalte würden in den Bereichen EDV, Mathematik, Physik, ev. technisches Englisch, Konfliktmanagement und technisch-handwerkliche Grundkompetenzen angeboten, so Scheucher-Pichler.

 

 Achleitner kritisiert Realitätsverweigerung der SPÖ-Frauen
Schlechtreden und Krankjammern ist kein politisches Konzept
Wien (bzö) - "Um die Chancengleichheit in Österreich ist es viel besser bestellt, als es uns die SPÖ nun zum wiederholten Mal weismachen will. Offensichtlich werden Statistiken und Studien permanent falsch interpretiert, weil das tatsächliche Ergebnis den Erfolg dieser Bundesregierung in der Frauen- und Familienpolitik widerspiegelt. Und dieser Erfolg passt nicht ins oppositionelle Konzept", sagte BZÖ-Frauensprecherin Elke Achleitner am Dienstag (12. 07.).

Im Gegensatz zu früher, sei die Frauenarbeitslosenquote seit dem Jahr 2000 immer geringer als die der Männer. Bei der Beschäftigungsquote der Mütter liege Österreich im europäischen Spitzenfeld, so Achleitner. Laut EUROSTAT sind in Österreich 77,8 Prozent der Mütter mit einem Kind berufstätig, in Deutschland hingegen nur 66 Prozent. Noch deutlicher fällt der Unterschied bei Frauen mit 3 und mehr Kindern aus. Hier liegt die Beschäftigungsquote in Österreich bei 57,4 Prozent, in Deutschland bei 37,9 Prozent.

Die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern seien nach wie vor viel zu groß. "Natürlich ist es inakzeptabel, daß österreichische Frauen im Schnitt um 17 Prozent weniger verdienen als Männer. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist das aber immer noch ein ausgezeichneter Wert. Spitzenreiter Schweden schafft gerade einmal 16 Prozent. Seit unserer Regierungsbeteiligung ist es uns gelungen, die Einkommensschere wieder ein Stück zu schließen", verweist Achleitner auf die aktuelle Einkommensentwicklung.

Ein wesentlicher Grund liegt für Achleitner darin begründet, daß Frauen seit der Einführung des Kinderbetreuungsgeldes auch während der Familienphase in Beschäftigung bleiben können, während zu Zeiten des Karenzgeldes unter sozialistischen Frauenministerinnen den Frauen de facto ein Berufsverbot auferlegt wurde.

Auch das Angebot an Kinderbetreuungsplätzen werde weiter ausgebaut. Für innovative Kinderbetreuungsprojekte sei von Sozialministerin Ursula Haubner ein eigener Fördertopf zur Verfügung gestellt worden.

Da gerade in "frauenspezifischen" Branchen die Arbeitslosigkeit ein größeres Problem darstelle, müsse man laut Achleitner bereits bei der Berufswahl geeignete Maßnahmen setzen, damit mehr Mädchen und junge Frauen Berufe ergreifen, die abseits der "Friseurin-Verkäuferin-Sekretärin" - Schiene liegen.

"Unsere konsequente Politik trägt Früchte. Wir schaffen die Rahmenbedingungen, die es den Frauen ermöglichen, Familie und Beruf besser zu vereinbaren. Die aktuellen Zahlen belegen, daß wir damit auf dem richtigen Weg sind", so Achleitner abschließend.

 

 Weinzinger: Alarmstufe Rot bei Frauenbeschäftigung für Rauch-Kallat
IHS-Studie bestätigt den alarmierenden Trend bei Frauen am Arbeitsmarkt
Wien (grüne) - Arbeitslosigkeit von Frauen steigt trotz positiver Konjunkturentwicklung und abnehmender Männerarbeitslosigkeit. Völlig unverständlich ist für Brigid Weinzinger, Frauensprecherin der Grünen, dass Rauch-Kallat diese Studie unter Verschluß halten wollte und die Ergebnisse beim von ihr selbst einberufenen Arbeitsmarktgipfel verschämt verschwiegen hat. "Es ist unfassbar, dass die Frauenministerin diese Zahlen kennt und beim Gipfel bloß davon spricht, dass die Beschäftigung von Frauen ohnehin gestiegen sei und die bereits bestehende Maßnahme Berufsorientierungskurs völlig ausreichend sei", so Weinzinger. Die Zahl der beschäftigten Frauen sei ja nur deshalb gestiegen, weil immer mehr Frauen geringfügig und Teilzeit arbeiten. "In Vollzeit umgerechnet ist die Erwerbsquote von Frauen in den letzten zehn Jahren sogar gesunken, während sie in allen anderen EU-Staaten gestiegen ist. Das hätte bei Rauch-Kallat Alarmstufe Rot auslösen müssen und nicht Beschwichtigungssentenzen", so Weinzinger.

Die IHS-Studie zeige weiters, dass die Regierung die Arbeitslosenzahlen bei Frauen in der Statistik künstlich niedrig halte, indem Frauen häufig in Schulungsmaßnahmen gesteckt bzw. indem Kindergeldbezieherinnen nicht dazu gerechnet werden würden. Zur Zahl der bereits registrierten arbeitslosen Frauen komme außerdem noch die versteckte Arbeitslosigkeit dazu, nämlich ca. 70.000 Frauen, die einen Job haben möchten, aber nicht einmal beim AMS gemeldet sind.

Die Grünen fordern als Notmaßnahme einen Sondertopf im AMS für den Kampf gegen die Frauenarbeitslosigkeit. "Nötig ist auch eine dringende Reform des Kinderbetreuungsgeldes, weil verhindert werden muss, dass Frauen so lange vom Arbeitsmarkt wegbleiben. Dazu muss die Zuverdienstgrenze gestrichen werden, der Kündigungsschutz muss mit der Bezugsdauer deckungsgleich werden und es muss Anreize dafür geben, dass wesentlich mehr Betreuungsarbeit von Männern übernommen wird", so Weinzinger.
     

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