Bartenstein: "Südosteuropa ist Wachstums-Champion in Europa"  

erstellt am
08. 11. 05

Südosteuropa wird Scherpunktregion während EU-Präsidentschaft Österreichs
Wien (bmwa) - "Österreich wird während seiner EU-Präsidentschaft einen besonderes Augenmerk auf die weitere Vertiefung der Beziehungen zwischen der Europäischen Union und den Staaten Südosteuropas richten", kündigte Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Martin Bartenstein am Montag (07. 11.) in seinem Eröffnungsstatement beim zweiten Wiener Wirtschaftsforum an, bei dem unter dem Motto "Go Southeast" hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft in der Raiffeisenzentralbank in Wien wirtschaftliche Perspektiven und Chancen in Südosteuropa erörtern.

"Südosteuropa ist für die EU von besonderer Bedeutung" so Bartenstein, "deshalb wird Österreich Südosteuropa zur Schwerpunktregion während der EU Präsidentschaft im kommenden Jahr machen".

"Südosteuropa", so Bartenstein weiter, "war in den letzten vier Jahren der Wachstums-Champion in Europa". Mit einem realen Wirtschaftswachstum von 23 Prozent innerhalb dieser vier Jahre sei die Region deutlich schneller gewachsen als die EU-15 mit einem Wachstum von 16 Prozent. Alleine im vergangenen Jahr sei Südosteuropa um 6,5 Prozent gewachsen, während die gesamte Europäische Union im Schnitt nur um 2,4 Prozent gewachsen sei.

Dank stabiler Wechselkurse zum Euro und zum US-Dollar sei es den Ländern der Region gelungen, seit dem Jahr 2000 Einkommenszuwächse in der weltweiten Rekordhöhe von rund 50 Prozent zu erzielen, wobei dieser Trend sich heuer und auch im nächsten Jahr fortsetzen dürfte. In den nächsten Jahren werde Südosteuropa innerhalb Europas daher die Region mit der größten Dynamik bleiben, betonte Bartenstein.

Die Einbeziehung der ganzen Region in den europäischen Integrationsprozess, so Bartenstein, habe zweifellos viel zu dieser Entwicklung beigetragen. Die Beitrittsperspektive, die schon 1999 vom EU-Rat den West-Balkan-Staaten eröffnet und 2003 bekräftigt wurde, habe den Reformprozess in diesen Ländern beschleunigt. Heute sei Realität, was vor wenigen Jahren noch Utopie war: Alle Staaten hätten klare Beitrittsperspektiven, Rumänien und Bulgarien mit 1. Jänner 2007 sogar ein konkretes Beitrittsdatum - wenn auch noch mit dem Vorbehalt, dass beide Länder bis dahin noch eine Reihe von Vorbereitungsschritten setzten müssten. Österreich habe diese Entwicklung immer unterstützt und sei an einem Beitritt Rumäniens und Bulgariens zum angepeilten Termin äußerst interessiert, betonte der Minister.

Unabhängig von den EU-Beitrittsbestrebungen habe Österreich auf bilateraler Basis sein Augenmerk auf den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen nach Südosteuropa gerichtet, führte Bartenstein weiter aus. Das Ergebnis seien beim Handelsvolumen Wachstumsraten im zweistelligen Prozentbereich auf 3,6 Milliarden Euro im Vorjahr und eine führende Rolle als Investor in diesen Ländern mit einem aktuell kumulierten Volumen von rund 9 Milliarden Euro. Österreich sei mittlerweile Top-Investor in Rumänien, Bulgarien, Kroatien, Serbien und Montenegro sowie Bosnien und Herzegowina.

Bartenstein verwies in diesem Zusammenhang auf den "Investment Compact", eine Initiative des Stabilitätspaktes für Südosteuropa, in der Österreich gemeinsam mit der OECD seit 2002 den Vorsitz führt und die sich als besonders erfolgreich und auch als beispielhaftes Programm der OECD für Drittländer herauskristallisiert hat.

Und auch die Ansiedlung des Sekretariats der Energiegemeinschaft Südosteuropa in Wien zeige die Bedeutung Österreichs für die Region. Österreich sei dadurch zu einer Drehscheibe der internationalen Energiepolitik geworden. Neben der Energiegemeinschaft Südosteuropa haben auch die OPEC, die Internationale Atomenergiebehörde und Renewable Energy and Energy Efficiency Partnership (REEEP) ihren Sitz in Österreich

"Die Entwicklung in Südosteuropa bietet Anlass für großen Optimismus. Die Region ist auf der richtigen Spur und hat insgesamt an Gewicht gewonnen. Kooperationen, Annäherungen und langfristig gesehen Beitritte zur Europäischen Union werden in der Zukunft interessante Marktpotenziale entstehen lassen. Auf jeden Fall bleibt Südosteuropa für österreichische Unternehmen eine besonders viel versprechende Region", stellte Bartenstein abschließend fest.
     
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