Sozialpolitik / Rechte der Kinder  

erstellt am
30. 11. 05

Prinz: Wir geben den Kindern Recht!
Familienausschuss diskutiert nationalen Aktionsplan zur Stärkung von Kinderrechten
Wien (övp-pk) - 25.000 Kinderstimmen sind im Nationalen Aktionsplan für Kinderrechte festgeschrieben. Gemeinsam mit rund 3.500 Expertinnen und Experten formulierten sie an die 200 Forderungen zur Stärkung ihrer Rechte. Rund 80 Prozent dieser Forderungen, die unter dem Titel "Ein kindgerechtes Österreich" zusammengefasst wurden, sind bereits umgesetzt oder in Umsetzung. "Wir geben den Kindern Recht und Stimme", sagte der ÖVP-Abgeordnete Nikolaus Prinz am Mittwoch (30. 11.) zur Behandlung des Aktionsplanes im parlamentarischen Familienausschuss.
Die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen ernst zu nehmen ist für den ÖVP-Abgeordneten nicht nur eine Frage des Respekts, sondern des verantwortungsvollen Umgangs mit unserer Zukunft. "Nur wenn unsere Kinder mit Geborgenheit, Verständnis, sozialer und finanzieller Sicherheit und den besten Ausbildungsmöglichkeiten aufwachsen können, werden sie zu jenen Persönlichkeiten reifen, die auch uns eine sichere Zukunft garantieren", betont Prinz.
Mit der Einführung des Kinderbetreuungsgeldes, das Recht auf Teilzeitarbeit für Eltern kleiner Kinder, mehr Geld für Familien mit mehreren Kindern und der gemeinsamen Obsorge nach einer Scheidung haben wir bereits in den vergangenen Jahren die Lebenssituation der Kinder verbessert. Anreize für familienfreundliche Initiativen werden sowohl in der Arbeitswelt als auch auf Gemeindeebene gesetzt. "Chancengleicher Zugang bei differenzierten Bildungsangeboten ist in unserem Land Konsens. Der bedarfsorientierte Ausbau der schulischen Nachmittagsbetreuung ist bereits im Gange", so Prinz.
Mit der konstruktiven Zusammenarbeit von "großen und kleinen Experten" im Nationalen Aktionsplan wurde ein wichtiger Schritt für ein "kindgerechtes Österreich" gesetzt. "Dieser Diskussionsprozess muss auch in Zukunft fortgesetzt werden. Eine verfassungsrechtliche Verankerung der Kinderrechte wäre eine fabelhafte Anerkennung dieser Leistungen", schloss Prinz.

 

 Kuntzl für Initiative bei Kinderbetreuungseinrichtungen
Wien (sk) - "Das Gebot der Stunde wäre es, wirklich in Kinderbetreuungseinrichtungen zu investieren", so SPÖ-Familiensprecherin Andrea Kuntzl am Dienstag (29. 11.) im Rahmen einer Diskussion des katholischen Familienverbandes zum Thema "Wertsicherung der Familienleistungen – Erhöhung der Familienbeihilfen". Investitionen in die Institutionen und Infrastruktur würden es Frauen auch erleichtern, wieder in den Beruf einzusteigen und so die dramatische Quote der von Armut bedrohten Frauen zu senken, so Kuntzl.

Die Familiensprecherin der SPÖ betonte, dass eine Flexibilisierung beim Kindergeld wünschenswert wäre. So sollte das Kindergeld auch kürzer, davor aber entsprechend höher bezogen werden können. "Das würde einen Anreiz bieten, die Babypause nicht zu lange werden zu lassen und auch Väter stärker für eine Babypause animieren zu können", betonte Kuntzl.

Wenn man in Gesprächen und Umfragen feststellt, dass der Familien- und Kinderwunsch bei jungen Menschen weiterhin weit verbreitet ist, dann müsse man sich angesichts der Tatsache, dass die Realisierung dieser Wünsche immer seltener stattfindet, die Frage stellen, warum dies so sei, so Kuntzl. "Wir leben in einem Land, wo es sehr hohe Familienleistungen gibt. Sehr hoch auch und gerade im internationalen Vergleich. Man kann also davon ausgehen, dass Geldleistungen allein nicht ausreichend sind", betonte die SPÖ-Familiensprecherin. In Ländern, die stärker in die Rahmenbedingungen investieren, werde der Kinderwunsch deutlich häufiger in die Realität umgesetzt.

"Das Gebot der Stunde wäre es, wirklich in Kinderbetreuungseinrichtungen zu investieren", so Kuntzl. Ein verbessertes Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen würde auch eine entsprechende Frühförderung aller Kinder bieten. "Nur wenn man Talente aber auch Schwächen früh erkennt, kann man diese auch entsprechend fördern beziehungsweise unterstützen", sagte Kuntzl. Des Weiteren würde eine solche Förderung auch den Wiedereinstieg von Frauen in den Beruf erleichtern. Eine wesentliche Voraussetzung, um Frauen auch auf Dauer in einer guten Erwerbstätigkeit zu halten. Dies sei gerade angesichts der akuten Armutsgefährdung von Frauen und der Pensionsreform mit der großen Armutsfalle für Frauen im Alter von großer Bedeutung, führte Kuntzl aus.
     

Wir übernehmen hier Stellungnahmen aller im Parlament
vertretenen Parteien – sofern vorhanden! Die Redaktion

zurück