Wien als Modell für Frieden und Integration  

erstellt am
22. 12. 05

Weihnachtsgottesdienste: 15.000 Evangelische feiern Weihnachten in den Kirchen Wiens
Wien (epd Ö) - Anlässlich des bevorstehenden Weihnachtsfestes hat der Superintendent der Evangelischen Diözese A.B. Wien, Mag. Hansjörg Lein, seine Anerkennung für die vielen Initiativen ausgedrückt, die in Wien das Miteinander der Bevölkerungsgruppen und Religionen fördern. „Wien ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie der Einsatz für Verständigung und Dialog den Frieden fördern kann“, heißt es in einer Aussendung vom 22. Dezember. Durch die Stadt Wien, durch Organisationen im zivilgesellschaftlichen Bereich, und durch die Kirchen und Religionsgemeinschaften werde eine erfolgreiche Integrationspolitik vorangetrieben.

Beispiele für Europa sind für Lein die verschiedenen Modelle der Integration, die weiter ausgebaut werden müssten: „Die Zukunft muss von allen Bevölkerungsgruppen, die guten Willens sind, gestaltet werden – ohne Unterschied der Nationalität. Flüchtlinge sollen willkommen sein und nicht eine grausame Herbergssuche auf sich nehmen müssen.“

Lein weist darauf hin, dass evangelische Initiativen einen großen Teil der Integrationsarbeit leisten, wie etwa die Plattform für Interreligiöse Begegnung und die „großartige“ Arbeit des Evangelischen Flüchtlingsdienstes, an der sich viele Pfarrgemeinden beteiligen.

Den besonderen Beitrag der Kirchen für eine menschliche Stadt sieht Lein in der Tatsache, „dass Kirchen ihre Tore offen haben, wenn die Öffentlichkeit ihre Tore schließt“. Dieses heilende Angebot sei nicht in Zahlen zu belegen, schaffe aber in einer modernen Gesellschaft Wärme und Geborgenheit. Lein: „Offene Türen zu Weihnachten, wenn sich das öffentliche Leben zur Ruhe legt, sind ein unschätzbares Angebot.“

Der Besuch der Weihnachtsgottesdienste werde in einer Zeit der Kommerzialisierung von Weihnachten den Menschen immer wichtiger, betont Lein. Die Gottesdienste erfreuten sich wachsender Beliebtheit, vor allem der Heilige Abend mit seinen zahlreichen spirituellen Angeboten biete Familien in vielen Gemeinden einen Ort der Ruhe und Besinnung, aber auch der Auseinandersetzung mit der Weihnachtsbotschaft. Neben einer Individualisierung im Glaubensbereich suchen Menschen, so Lein, vermehrt auch wieder „Gemeinschaft, die nicht selbst organisiert werden muss“ und Klarheit in den ethischen Herausforderungen der Zeit.
     
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