Erste Bank: Milliardenzukauf in Rumänien  

erstellt am
20. 12. 05

Knapp 62 Prozent Anteil am Marktführer BCR übernommen
Wien (pte) - Die Erste Bank der österreichischen Sparkassen AG steigt mit einem Milliardenzukauf in Rumänien zum Marktführer auf. Die rumänische Privatisierungsagentur habe der Erste Bank den Zuschlag für den Kauf von knapp 62 Prozent der Aktien der Banka Comerciala Romana (BCR) gegeben, teilte das Unternehmen mit. Die Unterzeichnung ist für Mittwoch (21. 12.) geplant. Die Erste Bank legt für den rumänischen Wettbewerber rund 3,75 Mrd. Euro auf den Tisch. Die Transaktion soll im zweiten Quartal abgeschlossen werden.

"Die BCR ist klarer Marktführer in Rumänien und stellt eine hervorragende Ergänzung zu unserem bestehenden Netzwerk in Zentral- und Osteuropa dar", freute sich Erste-Bank-Generaldirektor Andreas Treichl. "Mit dieser Akquisition wird die Erste Bank ihren geografischen Fokus von 48 auf 70 Mio. Menschen erweitern. Ein enormer Markt, in dem wir einen Retail-Marktanteil von 20 Prozent aufweisen werden", so Treichl. Insgesamt erweitert die Erste Bank mit dem Zukauf ihre Kundenzahl auf 15,3 Millionen.

Im Zuge der Übernahme plant die Erste Bank für die kommenden drei Jahre ein 100 Mio. Euro schweres Investitionsprogramm, um Filialnetzwerk und Infrastruktur der BCR zu verbessern. Für 2006 wird mit Integrationskosten in Höhe von 90 Mio. Euro gerechnet. Darüber hinaus erwartet die Erste Bank Buchwert-Anpassungen im Ausmaß von insgesamt 200 Mio. Euro. "Die nächsten zwei Jahre sind Restrukturierungsjahre", sagte Erste-Bank-Sprecher Michael Mauritz gegenüber pressetext. Wie genau die Restrukturierung aussehen soll, wollte Mauritz vor dem Closing noch nicht verraten. Ab 2009 rechnet die Erste Bank jedenfalls mit einem Return on Investment von rund zehn Prozent.

In den kommenden zwei Jahren prognostiziert man Rumänien bei der Ersten Bank zweistellige Wachstumsraten, sowohl was die Wirtschaft als auch was den Bankenmarkt angeht. Rumänien stehe erst am Beginn einer Entwicklung, die etwa Tschechien oder die Slowakei schon durchlaufen hätten, so Mauritz. Im Hinblick auf die Akquisition stockt die Erste Bank ihre Gewinnprognosen auf. Bis 2009 rechnet der Konzern beim Jahresüberschuss nun mit jährlichen Wachstumsraten in Höhe von über 20 Prozent. Zuvor war man für die Jahre 2006 bis 2008 von jährlich 15 Prozent ausgegangen. Der Finanzierung des Milliardendeals soll unter anderem eine für das erste Quartal 2006 geplante Kapitalerhöhung im Ausmaß von 2,4 Mrd. Euro dienen.
     
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