Standard-Eurobarometer 64: Herbst 2005  

erstellt am
20. 12. 05

Brüssel (eu-int) - Die Standard-Eurobarometer-Herbstumfrage gibt einen ersten Überblick über die Meinungen der Bürger am Ende eines ereignisreichen und schwierigen Jahres für die EU. Das erste Halbjahr war gekennzeichnet durch die Ratifizierung der Europäischen Verfassung, während das zweite Halbjahr im Zeichen der Diskussionen über den EU-Haushalt stand.

Margot Wallström, die für Institutionelle Beziehungen und Kommunikationsstrategie zuständige Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, kommentierte die Umfrage folgendermaßen: "Die neue Eurobarometer-Umfrage gibt uns ein Bild von der Union am Ende eines schwierigen Jahres. Die Europäische Union muss das Erreichte nun konsolidieren und Entschlossenheit zeigen, um die Herzen ihrer Bürger zurückzugewinnen. Noch nie war diese Aufgabe so wichtig. Die Bürger haben schon zu viel Egoismus der Mitgliedstaaten-erlebt, und zu wenig Vision und Solidarität."

Die drei wichtigsten Indikatoren für die allgemeine Einstellung gegenüber der EU - Unterstützung der EU-Mitgliedschaft (-4 Punkte), die empfundenen Vorteile der Mitgliedschaft (-3) und das Image der EU (-3) - sind seit Frühjahr 2005 leicht gesunken. Eine ähnliche Tendenz kann im Hinblick auf das Vertrauen in die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und den Europäischen Rat festgestellt werden.

Hingegen ist die öffentliche Meinung insgesamt nach wie vor positiv, und die Unionsbürger befürworten weiterhin die Fortführung des europäischen Einigungswerks, in einigen Fällen sogar stärker als im Frühjahr 2005.

Die Diskussion über die Europäische Verfassung hat nicht dazu geführt, dass die Idee einer gemeinsamen Verfassung abgelehnt wurde. Vielmehr ist die Unterstützung des Konzepts einer Verfassung für die EU in den letzten fünf Monaten gestiegen (63 %, +2 Punkte). Darüber hinaus sind die Bürger sowohl von der Notwendigkeit einer Verfassung zur Gewährleistung einer besseren Arbeitsweise der Union als auch im Hinblick auf die Stärkung der Position der Union auf internationaler Ebene nach wie vor überzeugt.

Trotz des leicht negativeren Ergebnisses für die Unterstützung einer weiteren EU-Erweiterung gibt es nach wie vor eine deutliche öffentliche Zustimmung für die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik (77 %) und eine gemeinsamen Außenpolitik (68 %).

Zum Jahresende schließlich scheinen die Unionsbürger eine Verlangsamung des europäischen Einigungsprozesses zu befürworten, da sowohl die gegenwärtig wahrgenommene Geschwindigkeit als auch die gewünschte Geschwindigkeit der europäischen Integration im vergangenen Jahr nachgelassen und den Stand der Ergebnisse von 1997 erreicht haben.

Diese Standard-Eurobarometerumfrage wurde als persönliche Befragung durch TNS Opinion & Social durchgeführt. Insgesamt wurden 29.430 Menschen zwischen dem 10. Oktober und dem 5. November 2005 befragt.
     
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