MedAustron löst schon jetzt Investitionsschub aus  

erstellt am
27. 02. 06

Wr. Neustadt (nöwpd) - Das in der Stadt Wiener Neustadt geplante Krebsforschungs- und Therapiezentrum MedAustron löst schon im Vorfeld seiner Inbetriebnahme eine rege Investitionstätigkeit am vorgesehenen Standort, dem Betriebsansiedlungsgebiet "Civitas Nova" aus: So werden vier verschiedene Genossenschaften insgesamt 400 neue Wohnungen in unmittelbarer Nähe zur High-Tech-Anlage errichten. "Davon befinden sich die ersten rund 100 Wohnungen bereits in Bau", teilt Wiener Neustadts Bürgermeister Bernhard Müller dem NÖ Wirtschaftspressedienst mit.

Im Zusammenhang mit dem MedAustron-Projekt sind zusätzliche Beherbergungskapazitäten für die Stadt von zentraler Bedeutung, zumal nicht nur ein Teil der Patienten und deren Angehörige während der Behandlungsphase ein Dach über dem Kopf benötigen, sondern auch jene Wissenschafter, die zu Forschungszwecken einige Semester lang nach Wiener Neustadt kommen werden. "Die Forscher sollen nicht pendeln müssen, wenn sie bei MedAustron arbeiten. Wir wollen rund um die Anlage ein Umfeld mit hoher Lebensqualität schaffen, in dem sich auch Familien bestimmt wohl fühlen werden", zeigt sich Müller überzeugt.

Um das zu bewerkstelligen, wird der Bürgermeister bereits im Frühjahr einen Fachbeirat ins Leben rufen, der sich mit Fragen der Stadtentwicklung, Betriebsansiedlungen und Umweltagenden auseinandersetzen soll. "Dabei spielt das Thema MedAustron natürlich eine ganz entscheidende Rolle. Schließlich wird es dann auch einen vermehrten Bedarf an Einkaufs- und Freizeiteinrichtungen geben", betont Müller.

Für Geschäftsreisende ist Wiener Neustadt jedenfalls schon jetzt ein Anziehungspunkt: 2005 gelang es der Stadt, die Zahl ihrer Nächtigungen im Vergleich zum Vorjahr um fast 40 Prozent auf 70.000 in die Höhe zu schrauben ­ einer der größten Zuwächse im Industrieviertel. "Der Bedarf nach mehr Betten ist groß. Deshalb wird die List-Gruppe gleich neben ihrem bestehenden Orange-Wings-Hotel ein zweites errichten", teilt Müller mit.

Weil auch der auf dem Gelände der Civitas Nova angesiedelte Flugzeughersteller Diamond Aircraft einen großzügigen Ausbau seiner Betriebsanlagen erwägt, gewinnt die Verkehrsproblematik im Norden der Stadt zusätzlich an Brisanz. Die chronisch verstopfte B17 soll ja bekanntlich mit der geplanten Wiener Neustädter Ostumfahrung nachhaltig vom Durchzugsverkehr entlastet werden. Bisher ist das Vorhaben jedoch am Widerstand der vom Trassenverlauf betroffenen Gemeinde Lichtenwörth gescheitert. Müller: "Nicht nur für die Stadt Wiener Neustadt, sondern auch für das Land Niederösterreich ist die Ostumfahrung ein ganz essentielles Verkehrsprojekt. Wir hoffen sehr, dass in die Sache jetzt endlich Bewegung kommt."
     
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