Hab´ ich das Zeug zum Unternehmer?  

erstellt am
27. 02. 06

Innsbruck (universität) - Das UnternehmerInnentum erlebt einen nie gekannten Aufwind. War es noch vor 20 Jahren fast ehrenrührig, sich als UnternehmerIn zu bezeichnen (vgl. Rosenstiel 2004, IX), so wird heute die fundamentale Bedeutung des UnternehmerInnentums gesehen, die der österreichische Nationalökonom Joseph Schumpeter als „schöpferische Zerstörung“ beschrieb. Es ist so wichtig wie nie zuvor, engagiert Ideen zu verfolgen, Initiativen zu setzen und das Bessere an die Stelle des bewährten Guten treten zu lassen.

Dementsprechend setzt sich auch die Wissenschaft zunehmend mit der Förderung des Unternehmertums auseinander. Am Institut für Kommunikation im Berufsleben und Psychotherapie der LFU Innsbruck beschäftigen sich Dr. Arthur Drexler und Prof. Heidi Möller mit der Frage, welche Merkmale erfolgreiche UnternehmerInnen auszeichnen und wie solche Charakteristika mit psychologischen Verfahren erfasst werden können. Neben der Erarbeitung einer Testbatterie zur Eignungsdiagnostik angehender UnternehmerInnen und ihrer Validierung im Rahmen einer Forschungsförderung der WK Tirol ist auch eine Lehrveranstaltung Teil des Forschungsbereichs. Das Seminar mit dem Titel „Hab’ ich das Zeug zum Unternehmer?“ wurde im Wintersemester für Hörer aller Fakultäten erstmalig angeboten und vom Alumni-Verein der LFU unterstützt. Aufgrund des großen Zuspruchs wird das Seminar auch in Zukunft regelmäßig stattfinden und ab dem Sommersemester 2006 vom Center for Academic Spin-offs Tyrol (CAST) mitgetragen.

Erarbeitung von Kernkompetenzen
„Ziel dieses Seminars ist die Auseinandersetzung mit Kompetenzen, welche erfolgreiche UnternehmerInnen auszeichnen, und für die Studierenden die Reflexion eigener unternehmerischer Fähigkeiten zu ermöglichen“, erklärt Dr. Drexler. Im Seminar werden zunächst Charakteristika von UnternehmerInnenpersönlichkeiten an Hand von biografischem Material herausgearbeitet. Die Analysen münden in eine Sammlung von Kernkompetenzen, die erfolgreiche UnternehmerInnen auszeichnen. Diese Merkmale werden aus psychologischer Sicht theoretisch und empirisch fundiert und ergänzt. Im nächsten Schritt werden psychodiagnostische Zugänge zur Erfassung der Kernkompetenzen erörtert.

Ausgehend von eigenen Projektideen können die Studierenden die Erkenntnisse und Verfahren im Seminar selbst erproben und auf dem Weg ihre eigenen unternehmerischen Fähigkeiten reflektieren. Abschließend werden Trainingsmodule und Methoden zur Optimierung von unternehmerischen Defiziten – wie sie beispielsweise im Rahmen von Coachingprozessen zur Anwendung kommen – mit den Studierenden behandelt.

Stärken erkennen und fördern
Im Wintersemester haben 15 TeilnehmerInnen das Seminar mit großem Engagement absolviert. Besonders der Anteil an „Selbsterfahrung“ hat großen Anklang unter den Studierenden gefunden und ihnen die Möglichkeit geboten, ihre spezifischen Stärken zu dokumentieren sowie Optimierungen anzudenken. Dr. Drexler freut sich, dass die Atmosphäre im Seminar von Teamgeist, innovativen Ideen und engagierter Mitarbeit getragen war: „Je besser die Studierenden über ihre unternehmerischen Fähigkeiten bescheid wissen, desto erfolgreicher kann eine spätere Gründung verlaufen.“
     
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