ORF unterstützt Kinoverfilmung des Bühnenstücks "Freundschaft"  

erstellt am
02. 03. 06

Außerdem Filmförderung für neues Glawogger-Projekt und zwei Dokumentarfilme
Wien (orf) - Zum ersten Mal im neuen Jahr tagte am Dienstag (28. 02.) die gemeinsame Kommission von ORF und Österreichischem Filminstitut, die seit 1981 über die Förderung heimischer Filmproduktionen entscheidet, und vereinbarte die Unterstützung für vier neue Kinoprojekte. Im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens stellt der ORF für zwei Spielfilme und zwei Dokus insgesamt rund 1,06 Millionen Euro an Herstellungs- bzw. Innovationsförderung zur Verfügung. Zu den fiktionalen Projekten zählt die Verfilmung des politischen Bühnenstücks "Freundschaft" von Rupert Henning und Florian Scheuba, das 2004 mit dem Österreichischen Kleinkunstpreis ausgezeichnet wurde. Erwin Steinhauer und Drehbuchautor Rupert Henning, der hiermit seinen ersten Spielfilm inszenieren wird, verkörpern auch im Film die Hauptrollen dieser satirischen Abrechnung mit der österreichischen Sozialdemokratie. "Contact High" heißt das neue Spielfilmprojekt von Michael Glawogger, der in dieser skurrilen Mischung aus Verwechslungskomödie und Roadmovie die Hauptfiguren seines Films "Nacktschnecken" wieder auferstehen lässt. "Good Morning, Last Hero" lautet der Titel eines Dokumentarfilms von Elisabeth Guggenberger und Helmut Voitl über die Geschichte der russischen Rockmusik seit den sechziger Jahren. Die zweite Dokumentation hat Barbara Caspar eingereicht: "Harte Mädchen weinen nicht", unterstützt im Rahmen der Innovationsförderung, beschäftigt sich mit der umstrittenen New Yorker Schriftstellerin und Underground-Ikone Kathy Acker.

Details zu den Projekten:

"Freundschaft" - Politischer Schlagabtausch zwischen Erwin Steinhauer und Rupert Henning
Das auf österreichischen Bühnen höchst erfolgreiche Stück von Florian Scheuba und Rupert Henning ist eine satirische Abrechnung mit der Sozialdemokratie. Erwin Steinhauer und Rupert Henning in den Hauptrollen boten einen wortgewaltigen ironischen Schlagabtausch zwischen (in mancherlei Hinsicht) "linken" Vätern und Söhnen und erhielten dafür im November 2004 den Österreichischen Kleinkunstpreis. Ausgangspunkt der Geschichte ist der Tod des "roten" Urgesteins Onkel Peppi. Die Hinterbliebenen, ein gesinnungsfester Vater (Steinhauer) und sein ideologiefreier Sohn (Rupert Henning), machen endlich reinen Tisch und rechnen ab: mit 50 Jahren Familiengeschichte, mit Ideologien und Illusionen - und vor allem miteinander. Produzieren wird den Spielfilm-Regieerstling von Rupert Hennig, der das Drehbuch gemeinsam mit Florian Scheuba verfasste, die Wiener DOR Film.

"Contact High" - Michael Glawoggers verrückter Trip zwischen Polen und Wien
Nach der amüsanten Sexklamotte "Nacktschnecken" lässt Filmemacher Michael Glawogger in "Contact High" seine Filmhelden Mao, Hans, Max und Schorsch wieder aufleben. Sie erleben auf der Jagd nach einer mysteriösen Tasche einen schrägen (Drogen-)Trip durch polnische Nächte. In den Hauptrollen werden u. a. Michael Ostrowski, Raimund Wallisch, Pia Hierzegger, Georg Friedrich und Detlev Buck vor der Kamera stehen. Das Drehbuch stammt von Michael Ostrowski und Michael Glawogger. Produzent ist die Wiener Lotus Film in Koproduktion mit der deutschen Boje Buck Filmproduktion.

"Good Morning, Last Hero" - Russische Rockmusik im Wandel der Zeit

Der Dokumentarfilm von Elisabeth Guggenberger und Helmut Voitl beleuchtet den Einfluss russischer Rockmusik auf den Zerfall der Sowjetunion in den achtziger Jahren und porträtiert die Rockszene von den Sechzigern bis heute, deren Musiker als Antwort der Jugend auf die verkrusteten Strukturen zu Helden der Untergrundbewegung avancierten. Wega Film produziert, Koproduzent ist die deutsche Schwenk-Film.

"Harte Mädchen weinen nicht" - Porträt der umstrittenen US-Schriftstellerin Kathy Acker
Der 1997 verstorbenen New Yorker Underground-Ikone Kathy Acker, die mit ihren radikalen, sexuellen und politischen Büchern nicht nur zu Lebzeiten provozierte, sondern bis heute noch weltweit Kontroversen heraufbeschwört, widmet sich Barbara Caspar in ihrem Dokumentarfilm "Harte Mädchen weinen nicht", benannt nach einem von Ackers bekanntesten Romanen mit dem Originaltitel "Blood and Guts in High School". Zum Lebenswerk der gefeierten wie umstrittenen Punkpoetin zählen zehn Romane, Dutzende Erzählungen, ein Opernlibretto und ein Filmdrehbuch. Fischer Film produziert gemeinsam mit der deutschen Cameo Film.
     
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