Haubner: Jugendliche zu Sozialpartnern machen  

erstellt am
29. 03. 06

Wien (bmsg) - "Wir müssen dafür sorgen, dass so etwas wie in Frankreich nicht wieder geschieht", sagte Sozialstaatssekretär Sigisbert Dolinschek am Dienstag (28. 03.) im Vorfeld zum informellen Jugendministertreffen und mit Blick auf die wochenlangen Proteste, mit denen sich französische Jugendliche gegen die geplante Arbeitsmarktreform zur Wehr setzen. Ressortchefin Ursula Haubner präzisierte, wie das ihrer Meinung nach vonstatten gehen soll: "Wir müssen die Jugendlichen zu Sozialpartnern machen".

Es gehe darum, die jungen Menschen in das politische Geschehen einzubinden und die "Akteure zu Partnern" zu machen - beim informellen EU-Ministertreffen in Bad Ischl, das am Mittwoch und Donnerstag stattfindet, soll das erstmals vorexerziert werden. Rund 100 Jugenddelegierte aus den EU-Ländern sollen gemeinsam mit den Ministern in Arbeitsgruppen die drei Schwerpunkte, nämlich Arbeitslosigkeit, außerschulische Bildung und Integration, erörtern.

Die "Bad-Ischler-Ergebnisse" sollen im Mai in den formellen Rat eingebracht werden, quasi auch als "Signal an die Jugend, dass ihre Stimme gehört und ernst genommen wird", so Haubner. Die Ministerin greift damit eine Forderung der Vorsitzenden der Bundesjugendvertretung, Anja Fellerer, auf, die sich im Vorfeld für mehr Mitspracherecht für die mehr als 75 Millionen junger Menschen in der EU ausgesprochen hatte.

Weiters auf der Agenda steht die EU-weite Vergleichbarkeit und Aufwertung von außerschulischer Bildung und Freiwilligenarbeit. Vergleichbarkeit könnte etwa durch die Dokumentation bestimmter Zusatzqualifikationen im Europass gegeben werden: Wer sich also künftig bei den Pfadfindern oder der freiwilligen Feuerwehr Kompetenzen wie Teamfähigkeit und Führungsqualität aneignet, soll dies im Europass dokumentieren können und dadurch die Chancen auf dem europäischen Arbeitsmarkt erhöhen, so die Ratsvorsitzende Haubner. Dass dies noch unter Österreichischem Ratsvorsitz durchgesetzt werden könnte, hält Haubner aber für nicht realistisch.

Bei einem Hintergrundgespräch in Wien nahm die gebürtige Oberösterreicherin am Dienstag auch Stellung zur Standortwahl für das Ministertreffen: Bad Ischl biete durch die Mixtur aus Tradition und Zukunft eine spannende und starke Mischung. Außerdem wolle Haubner auch zu einer Aufwertung des ländlichen Raums beitragen, wo gerade Jugendliche oftmals unter einer "nicht optimalen Mobilität" leiden. Weiters habe eine Umfrage unter Ischler Jugendlichen gezeigt, dass hier noch Informationsbedarf in Sachen EU bestehe. Daher werden in den kommenden Tagen auch ansässige Jugendliche in das Programm des Ministertreffens eingebunden.
     
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