Österreichs Sportpolitik auf der Überholspur  

erstellt am
02. 06. 06

19. Sportbericht liegt dem Parlament vor
Wien (pk) – "Für den österreichischen Sport stellte besonders das Jahr 2004 einen Meilenstein dar. In den Budgetverhandlungen ist es erstmals gelungen, aufgrund einer neuen Regelung im Glückspielgesetz und durch eine Änderung des Bundes-Sportförderungsgesetzes künftig eine signifikante Steigerung der finanziellen Mittel für den österreichischen Sport zu sichern." Zu diesem euphorischen Befund kommt Staatssekretär Karl Schweitzer in seinem Vorwort zum 19. Sportbericht, der dieser Tage dem Hohen Haus zugeleitet wurde. (III-216 d.B.)

Die österreichische Sportförderung verfüge nunmehr über eine finanzielle Grundlage, die es in dieser Höhe bis dato nicht gab, wie der Bericht hervorhebt. Die gleichzeitige Aufhebung der Befristung für diese Neuregelung ermögliche mehrjährige Planungen, die speziell im Spitzensport nationale und internationale Erfolge gewährleisten sollen, geben sich die Autoren des Berichts zuversichtlich. Mit den neuen Regelungen sei dem österreichischen Sport nun auch in finanzieller Hinsicht jene Wertigkeit zuerkannt worden, die er "aufgrund seiner Erfolge innerhalb der Bevölkerung bereits seit Jahrzehnten genießt".

So hätten Österreichs Aktive bei den Olympischen Spielen in Athen mit zweimal Gold, dreimal Silber und einmal Bronze den größten Erfolg nach dem Zweiten Weltkrieg erzielt. Auch im Wintersport hielten die österreichischen Erfolge an, und selbst in Bereichen wie der Leichtathletik, die bislang eher nicht zu den Stärken des österreichischen Sports gezählt hatten, konnten ansprechende Resultate erzielt werden.

Österreich profilierte sich aber auch durch zahlreiche Großveranstaltungen wie die Winter-Universiade und die Ausrichtung der Weltmeisterschaften im Biathlon, im Eishockey, im Radfahren, im Schifliegen und im Segeln, wodurch laufend Arbeitsplätze geschaffen worden seien und ein wichtiger Beitrag zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes Österreich geleistet worden sei. Schweitzer: "Weitere Investitionen in den Sportstättenbau, in die Erhaltung der Infrastruktur sowie die Forcierung der Ausbildung werden weiterhin das Fundament für künftige Erfolge bilden."

Schließlich verweist der Staatssekretär noch darauf, dass im Bereich des Breiten- und Gesundheitssports neue Initiativen gesetzt worden seien, da Bewegung und Sport wesentlich zum subjektiven Wohlbefinden des Einzelnen beitrage, wovon Wirtschaft und Gesundheitssystem sowohl in volks- als auch in betriebswirtschaftlicher Hinsicht maßgeblich profitierten.

Sportförderung
Insgesamt stellte der Bund 2004 58,6 Millionen Euro zur Verfügung, das war um 4,4 Millionen mehr als 2003. Unter dem Titel der allgemeinen Bundes-Sportförderung wurden dabei knapp 20 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, wovon knapp 50 Prozent in die Investitionsförderung gingen. Profiteure dieser Maßnahme waren unter anderen die Schanzenanlage in Bischofshofen, das Eisstadion in Innsbruck, das Ernst Happel Stadion in Wien, das Stadion in Wals-Siezenheim, die Sport- und Mehrzweckhalle in Linz sowie das Ausbildungszentrum Lindabrunn.

Knapp 11 Millionen Euro wurde den verschiedenen Verbänden zur Verfügung gestellt, wobei die Palette von den großen Breitensportorganisationen ASKÖ, ASVÖ und UNION bis zu den Fachverbänden des American Football, der Amateurboxer, der Gewichtheber oder der Bogenschützen reicht. Eine knappe Million gab es für die Ausrichtung verschiedener Titelkämpfe, von der Voltigier-WM in Stadl Paura über die Montainbike-WM in Bad Goisern bis zur Softball-EM in Linz. Gefördert wurden auch Weltcupbewerbe und sonstige Großveranstaltungen, für die insgesamt knapp 300.000 Euro aufgewendet wurden. Rund 200.000 Euro gab es zudem für spezifische Frauenförderungsprogramme.

Mit rund 1,7 Millionen Euro wurden einzelne Projekte im Bereich des Spitzensports unterstützt. Davon profitierten Weltklasse-Athleten wie Karin Mayr-Krifka, Susanne Pumper, Günther Weidlinger ebenso wie Tischtennis-Koryphäen wie Liu Jia und Judith Herczig sowie Konstantin Lengerov oder Olympiasiegerin Kate Allen. Eine weitere Million gab es für die adäquate Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Athen, was unter anderen die Schwimmstars Mirna Jukic und Markus Rogan sowie die Segel-Champs Hagara/Steinacher und Andreas Geritzer zugute kam.

Um aber auch das Umfeld so optimal wie möglich zu gestalten, kamen weitere 1,5 Millionen Euro für Trainerförderung zur Ausschüttung. Mehr als zwei Millionen Euro stellte der Bund für die Nachwuchsförderung zur Verfügung, eine weitere knappe Million wurde für medizinische und sportwissenschaftliche Beratung aufgewendet. Schließlich sei noch erwähnt, dass sich auch die Bundesländer bei der Sportförderung nennenswert engagierten. Nicht weniger als 77 Millionen Euro wendeten sie auf, um Österreichs Spitzen-, Breiten- und Hobbysportlern bestmögliche Bedingungen zu garantieren.

Leistungssport - Leistungsschau
Abseits des finanziellen Aspekts war man im Berichtszeitraum auch um ein möglichst gutes Umfeld für die Athleten bemüht. Aus- und Fortbildung, optimale Trainingsmöglichkeiten, Leistungszentren und ansprechende Beratung standen im Vordergrund dieser Bemühungen. Von besonderer Wichtigkeit war dabei die Nachwuchsförderung, bei der vor allem das Projekt "Challenge 2008" herausragt, das dafür sorgen soll, dass Österreichs Kicker bei der Heim-EM einen akzeptablen Eindruck hinterlassen. Eigene Kapitel befassen sich mit dem Behindertensport und mit den Bundessporteinrichtungen.

70 Medaillengewinner bei Weltmeisterschaften und Gesamtweltcupbewerben, sieben Gewinner von Olympia-Medaillen, 14 Paralympics-Medaillenträger sowie sechs sonstige Personen aus dem Bereich des Sports wurden 2004 mit Ehrenzeichen der Republik ausgezeichnet. Zudem gab es weitere Ehrenpreise und die jährlich stattfindende Sportlerehrung, um den Aktiven zu zeigen, dass die Republik ihr Engagement zu schätzen und zu würdigen weiß. Auch diese Aktivitäten sind in dem Bericht entsprechend aufgelistet.

Wissenschaft und Verwaltung
Sportwissenschaftliche Aktivitäten, der Schulsport und die verschiedenen Tätigkeiten der einzelnen Ressorts sowie Adressen und Statistiken zu den Organisationen und Verbänden runden den 317 Seiten umfassenden Bericht ab.

Der Sportbericht steht auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung des Sportausschusses. Die Sitzung ist für Montag, den 12. Juni, 12 Uhr, anberaumt.
     
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