Börsegang der Post / Nachwehen  

erstellt am
01. 06. 06

 Cap: Grasser lässt Katze aus dem Sack – Post und OMV sollen verkauft werden
Wien (sk) - "Mit seinen heutigen Aussagen, wonach die Regierung nicht daran denke, die öffentliche Mehrheit bei der Post und einen Minderheitsanteil der öffentlichen Hand von 25 Prozent und eine Aktie an der OMV verfassungsrechtlich abzusichern, hat Finanzminister Grasser bestätigt, was von der SPÖ befürchtet wird: diese Regierung beabsichtigt sowohl die OMV, als auch die Post zum ehestmöglichen Zeitpunkt zu Geld zu machen. Ohne Rücksicht auf die Konsequenzen", stellte der geschäftsführende SPÖ-Klubobmann Josef Cap am 31. 05. gegenüber dem Pressedienst der SPÖ fest. Es ist damit auch klar, was die öffentlichen Zusicherungen von Grasser oder Molterer, man wolle die öffentliche Mehrheit an der Post behalten zu halten ist: nämlich genau nichts, so Cap.

Wenn es der Regierung ernst mit der Absicherung von Post und OMV ist, dann kann sie nichts gegen eine verfassungsmäßige Absicherung ihrer Versprechen haben. Wenn sie dazu nicht bereit ist, ist damit bewiesen, dass es sich um die üblichen Versprechen vor Nationalratswahlen handelt, bei denen Schüssel und Co. nicht daran denken, sie auch zu halten. Cap erinnerte daran, dass die Regierung vor den Wahlen 2002 unter anderem versprochen habe, dass eine Wirtschaftsplattform die Eurofighter finanzieren werde, dass die kommende Steuerreform jedem 1.000 Euro bringen werde oder dass die Pensionen sicher seien und es keiner weiteren Reformen bedarf. "Nichts davon hat gestimmt und mit den jetzigen Versprechungen der Regierung verhält es sich genau so", so Cap abschließend.

 

 Stummvoll: Rote Populisten-Garde reitet wieder
Wien (övp-pk) - "Die rote Populisten-Garde reitet wieder", sagte ÖVP-Finanzsprecher Dr. Günter Stummvoll am 31. 05. zu den Aussagen von SPÖ-Klubobmann Cap und SPÖ-Wirtschaftssprecher Moser. Wenn die roten Populisten beim Post-Börsegang von einem "Abverkauf der Post ans Ausland" sprechen, zeige dies einmal mehr, dass die SPÖ vom Wirtschaften keine Ahnung habe. "Fakt ist, dass die Regierung eine Zusage gegeben hat, nur 49 Prozent an die Börse zu bringen." Hier zusätzlich eine Post-Beteiligung in den Verfassungsrang heben zu wollen, zeuge - wie schon bei der OMV-Verbund-Fusion - nur vom Verstaatlichungs-Reflex der Opposition. "Bei der SPÖ herrscht ein Wirtschaftsverständnis vor, das im 21. Jahrhundert keinen Platz mehr haben sollte", so der ÖVP-Finanzsprecher.

"Der Post-Börsegang ist ein voller Erfolg: Das beweist eine Renditenerwartung von fünf Prozent, was vor allem für Privatanleger besonders attraktiv ist", so Stummvoll weiter. Außerdem hätten sich über 50 Prozent aller Postmitarbeiter selbst an der Post beteiligt, was ein Beweis dafür sei, dass die Mitarbeiter ein hohes Vertrauen in das Unternehmen, das Management und den eingeschlagenen Privatisierungskurs der Regierung haben. "Die roten Populisten sollen deshalb endlich aufhören, den Menschen Angst zu machen und klar erkennbare wirtschaftliche Erfolge schlecht zu reden", so Stummvoll abschließend.

 

Mainoni: Post AG als österreichisches Unternehmen gestärkt
Wien (bzö) - "Mit dem heute erfolgten Börsegang der Post AG wurde die Erfolgsgeschichte dieses rot-weiss-roten Unternehmens um ein Kapitel erweitert", zeigt sich der für Postangelegenheiten zuständige Staatssekretär Mag. Eduard Mainoni über die Entwicklung der Postaktie an der Wiener Börse zufrieden. Bereits in den ersten Stunden, an denen die Aktie gehandelt wurde, gab es satte Kursgewinne.

"Mit dem Postgesetz haben wir die Richtung für die Post AG als wettbewerbsfähiges Unternehmen vorgegeben und eine gesunde wirtschaftliche Basis geschaffen", betont Mainoni und sieht im Börsegang vor allem Vorteile für Anleger, wie auch für Konsumenten: "Anleger können sich über die Aktie an einem österreichischen Vorzeigeunternehmen beteiligen und am Erfolg der Post AG teilhaben. Das private Kapital wird aber auch innovatives Unternehmertum einbringen und die Post noch zukunftsorientierter machen. Damit wird im Sinne der Konsumenten auch die Qualität der Dienstleistungen steigen", sagt der Staatssekretär.

Die 51 %-Beteilung der Republik an der Post AG ist für Mainoni weiterhin wichtig: "Der Staat wird auch in Zukunft für eine solide Grundlage der Post AG sorgen und die Interessen der Konsumenten vertreten. Privates Kapital sorgt aber für den richtigen Schwung und neue Ideen."

 

Kogler: Grasser ist bei öffentlichem Eigentum weiterhin nicht zu trauen
Wien (grüne) - Der Budgetsprecher der Grünen, Werner Kogler, spricht sich zum wiederholten Mal dafür aus, dass "die öffentliche Hand ganz klar einen 51%-Anteil an der Post hält. Dass BM Grasser in wirtschaftspolitischen Belangen nicht zu trauen ist, ist leider ebenfalls keine Neuigkeit, da für ihn öffentliches Eigentum nur dazu herhalten muss, um seine Budgetlöcher zu stopfen und um jeden Preis verscherbelt zu werden."

Kogler verweist aber parallel dazu auch darauf, dass nicht alles was wichtig und richtig sei, in die Bundesverfassung zu schreiben sei. "Nur weil wir eine tollpatschige und teilweise unfähige Regierung haben, muss noch lange nicht jedes wirtschaftspolitisches Gesetz in den Verfassungsrang gehoben werden", ergänzt Kogler.
 

Wir übernehmen hier Stellungnahmen aller im Parlament
vertretenen Parteien – sofern vorhanden! Die Redaktion

 
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