Pröll: Klarer Auftrag für gemeinsame Forschungsstrategie in der Landwirtschaft  

erstellt am
31. 05. 06

Krems (bmlfuw) - „Es war für mich bei der Planung der informellen Ministertreffen ein klares Anliegen, ein Zeichen für „Europa hört zu“ zu setzen. Das bedeutet stärkere Bürgerbeteiligung, denn wir wollen und müssen in Zukunft auch besser zuhören und mit der Bevölkerung in Kontakt bleiben. Diesen Dialog müssen wir fortsetzen“, betonte Ratsvorsitzender Landwirtschaftsminister Josef Pröll bei der Abschlusspressekonferenz im Rahmen des informellen Treffens der Landwirtschaftsminister. Zu Beginn des Treffens hatte unter diesem Motto eine offene Diskussion mit Bäuerinnen und Bauern stattgefunden, die auf große Zustimmung gestoßen war. „Wir haben uns bei diesem informellen Treffen mit Zukunftsaufgaben beschäftigt“, fuhr Pröll fort. So standen auf der Agenda der Arbeitskreise die Themen Forschung und Entwicklung, Bildung, Beratung und Information als Schlüsselfaktoren für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft.

Das „magische“ Jahr 2013 rücke näher und das bedeute das Auslaufen der Finanziellen Vorausschau, der GAP-Reform sowie der Exporterstattungen im Bereich der WTO-Beschlüsse von Hongkong, gab der Landwirtschaftsminister zu bedenken. „Es ist klar, dass mit den WTO-Verhandlungen, die nächste Woche einen neuen Höhepunkt erfahren werden, Herausforderungen auf uns zukommen, die wir zu meistern haben. Die Politik kann hier mit Rahmenbedingungen unterstützen, aber vor allem müssen die Bäuerinnen und Bauern aktiv werden“, appellierte der Landwirtschaftsminister. Einig seien sich daher die Minister bei dem Treffen gewesen, dass Investitionen in den Agrarstandort Europa gleich zu setzen seien mit Investitionen in Forschung, Entwicklung, Bildung und Beratung, informierte Pröll. „Es gibt Defizite in diesen vier Kernbereichen. Hier müssen wir gemeinsam stärker vorgehen“, bekräftigte der Minister und dankte für den konstruktiven Input bei den Diskussionen.

„Ein Ergebnis unserer Gespräche war: Wir haben es im Bereich Forschung und Entwicklung mit einem Mangel der Koordination und Kooperation zwischen den Mitgliedstaaten zu tun. Wir brauchen eine gemeinsame europäische Forschungsvision im Bereich der Landwirtschaft“, erläuterte der Ratsvorsitzende. Deshalb werde man dem Standing Committee on Agriculture Research den klaren Auftrag erteilen, bereits im Juni mit der Ausarbeitung einer gemeinsame Forschungsstrategie zu beginnen. Im Bereich der Bildung haben die Minister angeregt, eine gemeinsame Strategie zu entwickeln, um den Zugang zur landwirtschaftlichen Ausbildung sowie die Koordination der Lehrpläne in den landwirtschaftlichen Ausbildungsstätten zu verbessern. Ebenso solle der grenzüberschreitende Austausch unter Junglandwirten ausgebaut und erleichtert werden. Im Bereich der Beratung sei das Ziel eine europäische Plattform für Beratungsdienste zu entwickeln, so Pröll. Hier gebe es einzelne Initiativen, die es gelte, stärker europäisch zu vernetzen. Zum Ausbau der Innovationstätigkeit sei es förderlich, in der Umsetzung der ländlichen Entwicklung ein Monitoring-System sowie ein europäisches Benchmark-System für innovative Projekte zu errichten. „Wir wollen in Zukunft in den Bereichen Forschung, Beratung und bei der Stärkung der Innovation intensiver zusammenarbeiten und haben dafür wichtige Maßnahmen gesetzt“, so Pröll abschließend.
     
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