Europäisches Zwei-Millionen-Projekt für Gemeinden  

erstellt am
23. 06. 06

Interkommunales Web verbindet Gemeinden aus 13 europäischen Ländern
Graz/Gleisdorf (lk) - „Das Rad nicht jedes Mal neu erfinden“, lautete das Motto der internationalen Konferenz „Kommunale Infrastruktur in ländlichen Gemeinden“ mit Vertretern aus 13 europäischen Ländern, die am 22. und 23. Juni in Gleisdorf stattfand. Ziel der Veranstaltung war es, besonders erfolgreiche Projekte von Gemeinden und Regionen in den Bereichen Raumordnung, erneuerbare Energie, Abwasserversorgung, Abfall- und Abwasserwirtschaft vorzustellen. Der Anstoß, derartige Projekte in modifizierter Weise zu übernehmen, soll helfen, die ländlichen Gebiete Europas zu stärken. „Wir sind gekommen, um uns etwas von den Österreichern abzuschauen“, sagt Leszek Swietalsky, polnischer Vertreter im Europäischen Ausschuss der Regionen.

Das Treffen war eine Ergänzung zum ICNWeb, einem Informations- und Kommunikationsportal von Gemeinden für Gemeinden, dessen Testphase nun erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Dieses Web bietet 21 europäischen Gemeindebünden und Regionalorganisationen einen schnellen Zugriff auf alle relevanten Informationen aus den verschiedensten Bereichen.

Zwei Millionen Euro werden dafür aufgebracht. Eine Million stammt aus EU-Fördermitteln, mehr als 800.000 Euro werden von österreichischer Seite finanziert. Der Rest teilt sich auf die anderen Partnerländer, unter ihnen Ungarn, Deutschland, Polen, Bulgarien, Griechenland und Italien auf. Damit werden 9600 Gemeinden mit insgesamt rund 100 Millionen Einwohnern erreicht.

Veranstalter der Konferenz war das ICNW (International Communal Network), dessen Lead Partner der Österreichische Gemeindebund ist. Er hat dieses EU-Projekt der Zusammenarbeit im Rahmen eines Interreg III-Projektes initiiert.

Besonders im kommunalen Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsbereich ist die Steiermark federführend. „Mit unserem Netz von 27 Wasserverbänden, 66 Abwasserverbänden und 17 Abfallwirtschaftsverbänden liegen wir im Vergleich zu unseren Nachbarländern im Spitzenfeld, was die optimale Versorgung der Bevölkerung angeht“, weist Dipl. Ing. Johann Wiedner, der Leiter der Abteilung 19 (Wasserwirtschaft und Abwasserwirtschaft) der Steiermärkischen Landesregierung, auf die effiziente ländliche Infrastruktur in der Steiermark hin. „Trotz aller Erfolge müssen wir das Bewusstsein für den Wert unserer Ressourcen im ländlichen Raum noch weiter stärken“, betonte Landesrat Johann Seitinger in seiner Rede an die Delegierten.

Ein Wirtschaftssymposion im Rahmen des Treffens bot Wirtschaftstreibenden und Kommunalvertretern die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und Möglichkeiten gemeinsamer Projekte zu erörtern.
     
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