Leichtes Einkommensplus für die Bauern im Jahr 2005  

erstellt am
14. 07. 06

Grüner Bericht 2006 passiert Paragraph7-Kommission
Wien (bmlfuw) - 2005 gab es für die österreichischen Bauern ein leichtes Einkommensplus. Insgesamt waren die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft 2005 je Betrieb mit 19.843 Euro (2004: 19.381 Euro) um 2,3 Prozent höher als 2004. Für Bauern und Bäuerinnen (je nicht entlohnter Arbeitskraft - nAK) waren es im Durchschnitt 14.996 Euro (+ 5 Prozent). Die Ergebnisse der Einkommensentwicklung für 2005 zeigen auch, dass sich die Ertragslage für die bäuerlichen Betriebe unterschiedlich entwickelt hat, so Landwirtschaftsminister Josef Pröll anlässlich der heutigen Schlusssitzung der Paragraph7-Kommission im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft.

Die mit Abstand größte Verbesserung bei den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft verzeichneten die Veredelungsbetriebe (+17 Prozent), gefolgt von den Futterbaubetrieben (+11 Prozent), den landwirtschaftlichen Gemischtbetrieben (+9 Prozent) und den Betrieben mit 25 bis 50 Prozent Forstanteil (+8 Prozent) sowie mit über 50 Prozent Forstanteil (+4 Prozent). Demgegenüber erlitten die Dauerkulturbetriebe nach zwei guten Jahren eine Einbuße von -37 Prozent und die Marktfruchtbetriebe von -8 Prozent. Die durchschnittlich höchsten Einkommen je nicht entlohnter Arbeitskraft (nAK) erreichten aber nach wie vor die Marktfruchtbetriebe, gefolgt von den Veredelungsbetrieben und Betrieben mit über 50 Prozent Forstanteil. Die Dauerkulturbetriebe lagen diesmal an letzter Stelle.

Die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft aller Bergbauernbetriebe im Jahr 2005 waren mit 19.568 Euro um 11 Prozent höher als im Vorjahr. Die kräftigste Steigerung erzielten die Bergbauernbetriebe der Stufe 3 mit +19 Prozent, gefolgt von den Betrieben der Stufe 1 (+15 Prozent) und Stufe 2 (+8 Prozent). Hingegen konnte sich die Stufe 4 nach dem Einkommensrückgang im Jahr 2004 auch heuer nicht verbessern. Die Ausgleichszulage trägt wesentlich zu den Einkünften bei, vor allem bei Bergbauernbetrieben mit hoher und extremer Erschwernis.

Da die Biobetriebe ein günstigeres Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag aufweisen, lagen die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft 2005 mit 21.566 (+5 Prozent) Euro je Betrieb um fast 9 Prozent über dem Durchschnitt aller Betriebe. Die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft je nicht entlohnter Arbeitskraft (nAK) wurden mit 16.140 (+8 Prozent) Euro ermittelt und lagen um 8 Prozent über dem Durchschnitt aller Betriebe.

Die Erträge aus der Forstwirtschaft lagen dank gestiegener Holzpreise und eines höheren Anteils an Stammholz um 5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die sonstigen Erträge waren insgesamt betrachtet rückläufig. Die öffentlichen Gelder, die den bäuerlichen Betrieben direkt zu Gute kommen, waren im Durchschnitt je Betrieb um 7 Prozent höher als 2004. Für diesen Anstieg waren insbesondere die Umstellung der Flächen- und Tierprämien auf die einheitliche Betriebsprämie, die Rückerstattung für den Agrardiesel, sowie eine weiter gestiegene Inanspruchnahme des Agrarumweltprogramms ÖPUL verantwortlich. Die Mehrwertsteuer (+2 Prozent) erhöhte sich im selben Ausmaß wie der Ertrag.

Nach Produktionsgebieten bewegten sich die Veränderungen bei den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft zwischen +25 Prozent im Kärntner Becken bzw. +15 und +12 Prozent im Wald- und Mühlviertel und am Alpenostrand sowie +/- 0 bzw. -19 Prozent im südöstlichen und nordöstlichen Flach- und Hügelland.

Für die im Vergleich zu 2004 höheren Einkünfte waren folgende Faktoren ausschlaggebend:
Der Ertrag war insgesamt um 2 Prozent höher als 2004. Im Wesentlichen waren es die öffentlichen Gelder mit der in diesem Jahr wirksam gewordenen Umstellung der Flächen- und eines Gutteils der Tierprämien auf die einheitliche Betriebsprämie, die Vergütung für den Agrardiesel und die stärkere Inanspruchnahme des Agrarumweltprogramms ÖPUL. Weiter ins Gewicht fielen höhere Erträge bei Schweinen und Rindern durch gestiegene Erzeugerpreise, im Gegenzug wurde diese Entwicklung durch die mengenmäßig und qualitativ schlechte Brotgetreideernte und die Mindererträge im Weinbau gebremst.

Beim Aufwand (+3 Prozent gegenüber 2004) kamen neben der Abschreibung eine starke Verteuerung der Treibstoffe und Zukaufsferkel sowie eine höhere Vorsteuer zum Tragen.

Bäuerliche Betriebe sichern Arbeitsplätze im ländlichen Raum
Landwirtschaftsminister Josef Pröll verwies zugleich auf die deutlichen Impulse, die für die gesamte Wirtschaft im ländlichen Raum gesetzt wurden: Die bäuerlichen Betriebe investierten im Jahre 2005 insgesamt rund 6,2 Milliarden Euro, wovon der Industrie und dem Gewerbe rund 2,9 Milliarden Euro zugute kamen. Förderungsgelder für die Land- und Forstwirtschaft sichern daher auch Arbeitsplätze im ländlichen Raum und lösen positive Impulse für die regionale Wirtschaftsstruktur aus.

„Mit dem finanziellen Rahmen für das neue Programm für die ländliche Entwicklung beim letzten Agrarministerrat konnten wir 3,5 Milliarden Euro aus Brüssel für die Periode 2007-2013 sicherstellen. Damit ist der Grüne Pakt für Österreichs Landwirtschaft voll ausfinanziert und ein gutes Fundament gelegt für das Umweltprogramm, das Bergbauernprogramm und die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Bäuerinnen und Bauern“, so Landwirtschaftsminister Josef Pröll.

Präsentiert wurden die Zahlen zur Einkommensentwicklung bei der Schlusssitzung der Paragraph7-Kommission im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft. Gemäß Landwirtschaftsgesetz hat die Paragraph7-Kommission die Aufgabe, an den Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft unter Bedachtnahme auf die Ziele des Landwirtschaftsgesetzes Empfehlungen für das kommende Jahr zu erstatten und bei der Erarbeitung des Grünen Berichts mitzuwirken. „Die Arbeit der Paragraph7-Kommission zeigt, dass der Grüne Bericht, der im September dem Ministerrat vorgelegt wird, als umfassendes und im breiten politischen Konsens erstelltes Dokument für eine integrale Land- und Forstwirtschafts- bzw. Umweltpolitik über Parteigrenzen hinweg Zustimmung und Anerkennung erfährt“, so Minister Pröll abschließend.
     
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