Ein Nachruf - Markus Kronthaler lebt nicht mehr  

erstellt am
26. 07. 06

Wien (bmi) - "Auf den Spuren von Hermann Buhl", so hat Markus seine heurige Expedition genannt. Im Karakorum ist er nun geblieben, ganz in der Nähe seines Vorbildes, auf dessen Spuren er unterwegs war. Viele Male, so wie auch Hermann Buhl ist er in seine geliebten Berge gestartet und hat dort seine ewige Ruhe gefunden.

Als leistungsstarker Bergsteiger begann er 1992 die Ausbildung in den Reihen der Alpingendarmerie. 1994 kam er als Bergführer und Ausbilder in unser Team, Markus war inzwischen auch Zivilbergführer, ein großer Kaiserkletterer, der sich viel um die Sicherheit im Klettersport kümmerte und sich auch einen Namen in den Bergen der Westalpen errungen hatte.

In vielen Hochgebirgsschulen der Landes und Bundesausbildung (Bergführerausbildung), bei vielen Einsatzübungen, Übungstagen, aber auch bei vielen Einsätzen der AEG Kufstein war Markus an vorderster Front und konnte seine erlangte Bergerfahrung einsetzen. Viele Menschen konnte er aus Bergnot retten, wofür er im Jahr 1999 die Lebensrettermedaille der Republik Österreich erhielt.

Mit Ruhe und Selbstsicherheit gab er den auszubildenden Alpinisten seine Erfahrungen und sein Wissen weiter und viele Bergführer und Alpinisten aus unseren Reihen können heute noch von seinen Ausbildungen zähren.

Ich durfte Markus auf vielen Ausbildungskursen und auf einigen Expeditionen in den Bergen der Welt näher kennen lernen. Mehr als 6 Wochen haben wir zusammen im Zelt gegen Sturm, Kälte und Höhe gekämpft, haben viel gelacht und schöne, aber auch harte Zeiten verbracht. Im Jahr 2000 konnten wir die 1. österr. Gendarmeriebergführer-Expedition zur 8013 m hohen Shisha Pangma in Tibet und 2002 die Expedition anlässlich des 50 jährigen Bestehens der Alpingendarmerie auf die 6856 m hohe Ama Dablam in Nepal erfolgreich bewältigen. Markus strahlte immer Ruhe und Sicherheit aus und wenn es noch so hektisch und chaotisch zuging.
Der Mount Mc Kinley, die Expeditionen zur Shisha Pangma, Ama Dablam, Nanga Parbat und Muztagh Ata hat die Liebe und den Ehrgeiz auf hohe Berge in ihm erweckt. Bei der Nanga Parbat Expedition hatte er noch anderen Bergsteigern das Leben retten können und am Broad Peak ist er selbst zum Opfer geworden und es wurde für ihn die letzte Bergfahrt.
Markus, im Namen aller Gendarmerie (jetzt Polizei-) alpinisten- lebe wohl und noch einmal Danke für die Zeit, die wir mit dir in den Bergen verbringen durften.

Stefan Jungmann
     
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