Direktinvestitionen österreichischer Unternehmen in Ost-Mitteleuropa  

erstellt am
28. 08. 06

Wien (wifo) - Im Jahr 2003 schloss sich die Direktinvestitionslücke Österreichs – die aktiven Auslandsinvestitionen der österreichischen Wirtschaft erreichten erstmals das Niveau der ausländischen Investitionen in Österreich. Einen bedeutenden Beitrag zu diesem Aufholprozess lieferte das Engagement in die MOEL. Tendenziell ist eine Verlagerung der Interessen zu weiter entfernten ostmitteleuropäischen Ländern zu erkennen. Die Ertragskraft der Direktinvestitionen in den MOEL verbessert sich seit Jahren deutlich. Österreichs Wirtschaft hat die Chancen aus Ostöffnung und Erweiterung in diesen Ländern gut genutzt.

Der Bestand an österreichischen Direktinvestitionen in Ost-Mitteleuropa (MOEL 19) hat sich seit 1993 verzehnfacht, im Jahr 2004 erreichte er über 18 Mrd. Euro. Dies entsprach über einem Drittel aller österreichischen Direktinvestitionsbestände. 2005 wurde fast die Hälfte aller Neuinvestitionen in dieser Region getätigt.

Der größte Anteil der Direktinvestitionsbestände in den MOEL – mehr als ein Viertel der gesamten österreichischen Direktinvestitionen – wurde in den nahen MOEL 5 (Tschechien, Slowakei, Ungarn, Polen, Slowenien) getätigt. Tendenziell ist jedoch eine Verlagerung des Interesses zu weiter entfernten Ländern in Ost-Mitteleuropa zu erkennen: So betrugen die Neuinvestitionen in die EU-Beitrittskandidatenländern Rumänien und Bulgarien im Jahr 2005 bereits 1,3 Mrd. Euro.

Österreichische Unternehmen sicherten sich aufgrund ihrer Vorreiterrolle eine hervorragende Position in der Region. Dennoch sind mit dem Nachdrängen von Investoren aus anderen Industriestaaten leichte Marktanteilsverluste insbesondere in den MOEL 5 nicht zu vermeiden.

Wie im Durchschnitt der österreichischen Direktinvestitionen überwiegen auch in Ost-Mitteleuropa die Investitionen in den Dienstleistungssektor (MOEL 5 2004 74% aller österreichischen Direktinvestitionen).

Die Ertragskraft der MOEL-Direktinvestitionen verbessert sich seit Jahren deutlich und trägt erheblich dazu bei, dass die Rentabilität aller aktiven Direktinvestitionen Österreichs einen neuen Höchstwert erreicht hat. Die große Zahl bereits gewinnbringender Beteiligungen sowie die gute und steigende Ertragslage belegen, wie erfolgreich Österreichs Wirtschaft die Chancen aus der Ostöffnung und der anschließenden EU-Erweiterung genutzt hat.

Quelle: WIFO
Autorin: Susanne Sieber
     
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