FWF-Preise für Wissenschaftskommunikation  

erstellt am
23. 10. 06

"Möglichst viele WissenschafterInnen zur Kommunikation über ihre Forschungsarbeit motivieren"
Wien (fwf) - Mit den heuer erstmals ausgeschriebenen FWF-Preisen für Wissenschafts- kommunikation wurden im Haus der Forschung in Wien sieben WissenschafterInnen für herausragende Kommunikationsleistungen ausgezeichnet: FWF-Präsident Christoph Kratky überreichte einen 1. und einen 2. Preis sowie fünf 3. Preise. Nicht zuletzt motivierten namhafte Preisgelder - Euro 30.000 für den ersten, Euro 20.000 für den zweiten und jeweils Euro 10.000 für die dritten Preise - 45 Wissenschafter-Innen, sich um diese Auszeichnungen zu bewerben.

Einer der Schwerpunkte der Aktivitäten des FWF neben seinem ‚Kerngeschäft', der Förderung von Grundlagenforschung, "wird in den nächsten Jahren die Kommunikation wissenschaftlicher Inhalte an Zielgruppen außerhalb der Scientific Community sein", kündigte FWF-Präsident Univ.-Prof. Dr. Christoph Kratky im Rahmen der feierlichen Überreichung der FWF-Preise für Wissenschafstkommunikation 2006 gestern Abend im Haus der Forschung (Wien) an. Es gelte, so Kratky, die Bedeutung von Wissenschaftlicher Forschung, das Wesen des Berufs ForscherIn und den methodischen Rahmen der Grundlagenforschung einer breiteren Bevölkerungsschicht bekannt zu machen.

Gesetzlicher Auftrag des FWF
Das verstärkte Engagement des Wissenschaftsfonds in Richtung Wissenschaftskommunikation bezeichnete Kratky als sinnvoll und notwendig, weil die Finanzierung Wissenschaftlicher Forschung zum überwiegenden Teil aus öffentlichen Geldern erfolgt. Es ist daher wichtig, die (Steuer)ZahlerInnen darüber zu informieren, wofür ihr Geld in diesem Bereich verwendet wird, wie die Gesellschaft, die Wirtschaft und sie selbst davon profitieren und warum in Zukunft noch mehr Mittel dafür aufzuwenden sein werden.

Darüber hinaus, so Kratky weiter, ist die "Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Bedeutung der Wissenschaftlichen Forschung und ihrer Förderung, insbesondere durch neue Formen partizipativer Kommunikation" im FTFG § 4 Abs. 1 lit. D festgeschrieben und damit ein klar definierter gesetzlicher Auftrag des FWF.

Möglichst viele ForscherInnen für Wissenschaftskommunikation gewinnen
Um hier die notwendige Informations- und Aufklärungsdichte zu erreichen, braucht der FWF die Unterstützung möglichst vieler WissenschafterInnen. Insbesondere sollen jene, die an
vom FWF geförderten Projekten arbeiten, motiviert werden, in Sachen Wissenschaftskommunikation selbst aktiv zu werden. Um die Wichtigkeit eines solchen Engagements zu unterstreichen, hat sich der FWF daher zur Ausschreibung der FWF-Preise für Wissenschaftskommunikation entschlossen und alle ProjektleiterInnen und ihre MitarbeiterInnen an vom FWF geförderten wissenschaftlichen Projekten zur Teilnahme eingeladen. Ihnen soll ein attraktiver Anreiz geboten werden, über Maßnahmen nachzudenken, mit denen die Inhalte wissenschaftlicher Projekte, an denen sie gerade arbeiten, verständlich und überzeugend an Zielgruppen außerhalb der Scientific Community herangetragen werden können.

Der FWF wird daher ab 2006 jährlich Preise für Wissenschafts-kommunikation vergeben.

Positives Echo der Scientific Community
Das Echo auf die Ausschreibung der FWF-Preise für Wissenschaftskommunikation war enorm positiv. Insgesamt haben 45 WissenschafterInnen Kommunikationskonzepte für vom FWF geförderte Forschungsprojekte eingereicht. "Die Qualität der Einreichungen war erstaunlich hoch", berichtete der FWF-Präsident, selbst Mitglied der Jury. "Besonders überrascht hat uns, wie viele Aktivitäten im Bereich Wissenschaftskommunikation es bereits gibt."

"WissenschafterInnen haben viel dazugelernt"
In vielen Wissenschaftsbereichen werden bereits Initiativen gesetzt, innovative Darstellungen wissenschaftlicher Inhalte an die Öffentlichkeit zu bringen. Diese erfreuliche Entwicklung soll durch die FWF-Preise für Wissenschaftskommunikation einen zusätzlichen Impuls erhalten.
Nicht zuletzt auch, betonte Kratky, "um WissenschafterInnen aus Forschungsgebieten, die noch unterrepräsentiert sind, dazu zu motivieren, sich verstärkt in der Wissenschaftskommu-nikation zu engagieren."

Auch Juryvorsitzender Dr. Manfred Jochum, Vorsitzender des Klubs der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten, attestiert der Scientific Community, in Sachen Kommunikation "viel dazugelernt zu haben".
 
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