Wie gesund ist Frau Südtirolerin?  

erstellt am
19. 10. 06

"Frauenprofil" im Gesundheitsbericht vorgestellt
Bozen (lpa) - Südtirolerinnen leben im Durchschnitt sechs Jahre länger als Südtiroler, sie sind aber öfter von chronischen Krankheiten betroffen. Und: Der Gesundheitszustand der Frauen in Südtirol ist abhängig vom individuellen Lebensstil. Dies sind - kurz gefasst - die Ergebnisse einer umfassenden Untersuchung über die gesundheitliche Situation der Frau in Südtirol. Nachgelesen werden können sie im "Frauenprofil", einem Anhang zum Landesgesundheitsbericht.

Zunäcsht zu einem Paradox: Trotz höherer Lebenserwartung, trotz größerer Aufmerksamkeit für Körper und Gesundheit, ist das Risiko für eine Frau, an einer chronischen Krankheit zu leiden, größer als bei Männern. Während 25,7 Prozent der Frauen mit einer solchen Krankheit zu kämpfen haben, sind es bei den Männern "nur" 21,1 Prozent. Zum Teil lasse sich dieses Paradox aus sich heraus erklären: Frauen werden demnach älter als Männer, ältere Menschen weisen aber auch öfter eine chronische Krankheit auf als junge. Dazu kommt, dass sich der Lebensstil der Frauen rapide ändert, sie oft einer doppelten Belastung ausgesetzt sind.

Dies erklärten heute Abteilungsdirektor Paolo Spolaore, Ulrich Seitz, stellvertretender Direktor des Landesamts für Krankenhäuser, Carla Melani, Koordinatorin der epidemiologischen Beobachtungsstelle, Giulia Morosetti, Direktorin des Landesamts für Hygiene und öffentliche Gesundheit, sowie Eduard Egarter Vigl, Verantwortlicher des Südtiroler Tumorregisters. Sie haben das "Frauenprofil" vorgestellt, das heuer erstmals dem Landesgesundheitsbericht beigelegt wird. "Mit diesem Dokument kann der Gefahr entgegengewirkt werden, dass Bedürfnisse der Frau in der klinischen und pharmakologischen Behandlung unterbewertet werden", so Seitz.

Vorgelegt wurden heute verschiedenste Ergebnisse der Untersuchung. So wurde angeführt, dass Frauen öfter zu Medikamenten greifen als Männer dies tun. Dies ist einerseits auf die höhere Lebenserwartung, andererseits aber auch darauf zurückzuführen, dass Medikamente zur Verhütung, zur Überwindung der Folgen einer Geburt oder der Menopause in diese Statistik fallen.

Im gesamtstaatlichen Vergleich fallen die Frauengesundheits-Daten in Südtirol durchaus positiv aus. Demnach weisen Frauen in Südtirol eine niedrigere Sterblichkeit (acht auf tausend Frauen, anstatt der gesamtstaatlichen zehn), höhere Fruchtbarkeitsraten (1,52 Geburten pro Frau statt 1,2) und eine größere Aufmerksamkeit für gesündere Lebensstile (und damit eine geringere Fettleibigkeits-Rate) auf. Hinter dem staatlichen Schnitt zurück hinkt man allerdings (noch) in zwei Bereichen: So gibt es mehr Raucherinnen in Südtirol als im restlichen Staatsgebiet und auch getrunken wird mehr.
 
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