2005 ausgezeichnetes Geschäftsjahr für die österreichische Versicherungswirtschaft  

erstellt am
27. 10. 06

Wien (wifo) - Die österreichische Versicherungswirtschaft verzeichnete 2005 auf dem Heimmarkt ein ausgezeichnetes Geschäftsjahr. Die Prämieneinnahmen wurden in allen Versicherungsabteilungen gesteigert; dabei entwickelten sie sich in der Lebensversicherung wesentlich dynamischer als in der Kranken- bzw. der Schaden- und Unfallversicherung. Während in der Lebensversicherung durch Einmalerläge und die prämiengestützte Zukunftsvorsorge Mengeneffekte dominierten, waren in der Krankenversicherung und etwas abgeschwächt in der Sachversicherung auch Preiserhöhungen von Bedeutung.

Die Nachwirkungen der Pensionsreform 2004, ungünstige Ertragsmöglichkeiten mit anderen risikoarmen Veranlagungsformen und steuerliche Anreize hatten 2005 eine Verdoppelung des Prämienwachstums in der Lebensversicherung auf +16,1% zur Folge. Getragen wurde diese Entwicklung durch einen starken Aufschwung der Einmalerläge (+38,8% auf 2,15 Mrd. Euro) und der prämiengestützten Zukunftsvorsorge (+48% auf 0,4 Mrd. Euro). Die Forderungen privater Haushalte an Lebensversicherungen stiegen auf insgesamt 52,8 Mrd. Euro bzw. 14,8% ihres gesamten Geldvermögens. Wesentlich geringer fiel das Prämienwachstum in der Krankenversicherung (+3,8%) und in der Schaden-Unfallversicherung (+4,3%) aus.

Preissteigerungen wurden unter den im Verbraucherpreisindex erfassten Versicherungen 2005 vor allem in der Kfz-Haftpflichtversicherung (+5,4%) und in der Krankenzusatzversicherung (+3,6%) verzeichnet; auch Preiserhöhungen anderer im Warenkorb nicht so hoch gewichteter Versicherungen trugen dazu bei, dass Versicherungsprodukte 2005 mit +3,3% insgesamt einen überdurchschnittlichen Beitrag zur allgemeinen Inflation von +2,3% leisteten. Die Zahlen des VPI dürften 2005 allerdings nach oben verzerrt sein – die durchschnittliche Prämie für eine Kfz-Haftpflichtversicherung nahm mit +1,6% wesentlich weniger stark zu. Die unzureichende Berücksichtigung von Modellwechseln, einer Ausweitung des Versicherungsschutzes sowie von Rabatten schlägt sich in dieser Versicherungssparte immer wieder in Abweichungen zwischen der Entwicklung des durchschnittlichen Aufwands für Kfz-Haftpflichtversicherungen und der des VPI nieder.

In allen Versicherungsabteilungen wurde der Überschuss aus Finanzanlagen auch durch eine Steigerung der Rendite auf versicherungswirtschaftliche Kapitalanlagen kräftig erhöht (insgesamt +18,3% auf 3,6 Mrd. Euro). Gleichzeitig stiegen die Aufwendungen für Versicherungsfälle deutlich schwächer als die Prämieneinnahmen. Insgesamt wurden damit sowohl das versicherungstechnische Ergebnis (2005: 170 Mio. Euro) als auch das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (2005: 970 Mio. Euro) um die Hälfte gesteigert.

Quelle: WIFO
Autor: Thomas Url
 
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