Moosalm bei St. Wolfgang wurde zum Naturschutzgebiet erklärt  

erstellt am
14. 11. 06

Linz (lk) - Naturschutzreferent Landeshauptmann-Stv. DI Erich Haider: "Da es sich um ein Gebiet handelt, welches sich durch eine weitgehende Ursprünglichkeit auszeichnet, und weil es selten gewordene Tierarten, Pflanzen und Pflanzengesellschaften beherbergt, hat die Landesregierung in ihrer letzten Sitzung die Moosalm zum Naturschutzgebiet erklärt."

Das neue Naturschutzgebiet Moosalm befindet sich im Gemeindegebiet von St. Wolfgang und liegt in der Schwarzensee-Talfurche zwischen dem Schafberg im Westen und dem Leonsberg im Osten. Dieses Almgebiet wird vom Moosbach durchquert und ist von Niedermoorflächen und Hochmooren durchsetzt. Es erstreckt sich bei einer durchschnittlichen Breite von rund 300 bis 350 Metern auf einer Länge von etwa 1,5 km. Die Gesamtfläche des geplanten Naturschutzgebietes beträgt etwa 70 ha.

Die vorkommenden Lebensraumtypen
Niedermoor 12,6 ha
Hochmoor 3,7 ha
Magerweide 31,0 ha
Wald 20,0 ha
Bach, Wege, Felsbereiche 2,7 ha

Teil der Salzkammergut-Voralpen
Das Gebiet gehört zu den "Salzkammergut-Voralpen". Dieses Mittelgebirge mit ausgedehntem Urlandschafts-Charakter in den höheren Lagen erreicht durchschnittlich Seehöhen zwischen etwa 1.000 und 1.400 m. Die Böden sind oftmals steinig und austrocknungsgefährdet. Auch in den Hochlagen ist die Walddecke weitgehend geschlossen, wobei Fichten- und Fichten-Lärchenforsten mit teilweise auch höherem Buchenanteil dominieren. Naturnahe Wälder finden sich meist nur in unerschlossenen Lagen. Zudem gibt es hier noch mehrerer, hochgelegene Almflächen, wobei die Moosalm auf einer Seehöhe von etwa 750 m noch vergleichsweise tief gelegen ist. Andere Almen wie etwa die Kasbergalm liegen in Höhen um 1.700 m.

Geschützte Pflanzen der Niedermoor
Aufgrund der engen Verzahnung der Niedermoore mit den Magerweide-Flächen und den bewachsenen Felskuppen sowie den abschnittsweise locker bestockten Bachrandzonen ist besonders dieser nördliche Teilbereich der Moosalm ausgesprochen vielgestaltig und artenreich.
Eriophorum latifolium Breitblatt-Wollgras
Pinquicula vulgaris Gewöhnliches Fettkraut
Primula farinosa Mehl-Primel
Menyanthes trifoliata Fieberklee
Trichophorum alpinum Alpen-Haarbinse
Gentiana asclepiadea Schwalbenwurz-Enzian
Pedicularis palustris Sumpf-Läusekraut
Valeriana dioica Sumpf-Baldrian
Dactylorhiza majalis Breitblatt-Fingerknabenkraut
Dactylorhiza incarnata Fleischfarbiges Fingerknabenkraut
Dactylorhiza maculata Geflecktes Fingerknabenkraut
Platanthera bifolia Weiße Waldhyazinthe
Parnassia palustris Herzblatt
Epipactis palustris Sumpf-Stendelwurz

Geschützte Pflanzen der Hochmoore
Pinus mugo Leg-Föhre
Vaccinium vitis-idaea Preiselbeere
Vaccinium uliginosum Moor-Rauschbeere
Vaccinium oxycoccus Gewöhnliche Moor-Preiselbeere
Drosera rotundifolia Rundblatt-Sonnentau
Eriophorum vaginatum Scheiden-Wollgras
Sphagnum magellanicum /
Sphagnum fallax /

Geschützte Pflanzen der Magerweiden
Zusammen mit den Niedermooren, den Hochmooren, den Waldrandbereichen, aber auch den Bachuferzonen tragen die artenreichen Weideflächen zum Artenreichtum des gesamten Gebietes bei. Hier gedeihen neben herkömmlichen, noch nicht seltenen Gräsern und Kräutern auch zahlreiche, bereits seltene und geschützte Pflanzenarten.

Salvia verticillata Quirl-Salbei
Anthyllis vulneraria Wundklee
Thymus pulegioides Arznei-Quendel
Arnica montana Arnika
Ononis spinosa Gewöhnlicher Dorn-Hauhechel
Centaurium erythraea Echtes Tausendguldenkraut
Orchis ustulata Brand-Knabenkraut
Carlina acaulis Silberdistel
Nardus stricta Bürstling
Leontodon hispidus Leuenzahn
Centaurea jacea Gewöhnliche Wiesen-Flockenblume
Hypericum perforatum Echtes Johanniskraut
Molinia caerulea Blaues Pfeifengras
Holcus lanatus Wolliges Honiggras



Der Moosbach
Der im Nordteil des Naturschutzgebietes aus nordwestlicher Richtung kommende Moosbach durchströmt das Naturschutzgebiet auf etwa 3/4 der Längserstreckung zentral und teilt dadurch die Moosalm in diesem Bereich in einen westlichen und einen östlichen Teilbereich. Der Bach ist noch ausgesprochen naturnah erhalten und zeigt besonders bei hoher Wasserführung eine hohe Dynamik.

Naturschutzreferent Erich Haider: "Naturschutz heißt Sicherung der Ressourcen für unsere Kinder und damit eine Zukunft mit einer natürlichen Lebensgrundlage"

LH-Stv. Dipl.-Ing. Erich Haider: "Naturschutz heißt Sicherung der Ressourcen für unsere Kinder und damit eine Zukunft mit einer natürlichen Lebensgrundlage. Ziel des Naturschutzes ist, die Vielfalt der Lebensräume zu erhalten. Nur so kann der Charakter einer Landschaft, aber auch die Vielfalt an heimischen Arten erhalten werden."
 
zurück