Altersbergbrücke ist wieder für Verkehr freigegeben  

erstellt am
14. 12. 06

Krisen- und Qualitätsmanagement sehr positiv beurteilt, wichtige Nord-Süd-Verbindung rechtzeitig wieder frei
Trebesing (asfinag) - Die A 10 Tauern Autobahn ist wieder durchgehend befahrbar. Die Sperre der Altersbergbrücke zwischen Gmünd und Spittal wurde an Mittag des 14.12. wieder für den Verkehr freigegeben. Das hat der am 13.12. bis spät in die Nacht durchgeführte Belastungstest ergeben. Die Verkehrsfreigabe erfolgt mit jeweils einem Fahrstreifen pro Richtung für Pkw und Lkw bis 40 Tonnen. ASFINAG-Vorstandsdirektor Franz Lückler: "Ich bin froh, dass wir den ehrgeizigen Zeitplan einhalten konnten und diese wichtige Nord-Süd-Achse noch rechtzeitig vor dem Winter wieder freigeben können. Ich danke allen Beteiligten für ihre professionelle Arbeit, den Anrainern und unseren Kunden für ihr Verständnis in diesen schwierigen vergangenen zwei Monaten."

Für die Altersbergbrücke hat zu keinem Zeitpunkt Einsturzgefahr bestanden. Dennoch hat sich die ASFINAG nach den statischen Abweichungen am 16. Oktober 2006, die zur Sperre der Brücke führten, dazu entschlossen, das Sicherheitsniveau der Brücke anzuheben. "Sicherheit geht vor. Auch wenn die Entscheidung, eine der wichtigsten Verkehrswege für zwei Monate zu sperren, keine einfache ist, haben wir sie im Sinne unserer Kunden getroffen", erklärt ASFINAG-Vorstandsdirektor Franz Lückler.

Nach dem am gestrigen Tag durchgeführten Belastungstest ist erwiesen, dass die Altersbergbrücke sicher ist und mit jeweils einer Fahrspur pro Richtung für Pkw und Lkw wieder freigegeben werden kann. Rechtzeitig vor dem Sommer 2007 sollen wieder zwei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung zur Verfügung stehen. An eine Öffnung der Altersbergbrücke für Schwertransporte ist derzeit nicht gedacht. Als Ursachen für die Schäden an der Brücke können die nicht dem Bescheid entsprechende Überfahrt eines Sondertransporters sowie Mängel in der Produktionskette bei der ursprünglichen Sanierung der Brücke angeführt werden.

Bereits einen Tag nach der Sperre der Brücke hat die ASFINAG den Grazer Universitätsprofessor Richard Greiner gebeten, bei der Sanierung der Brücke die Federführung in fachlicher Hinsicht zu übernehmen - auch für ihn eine besondere Herausforderung: "Bei dieser Brücke wird das 840 Meter lange Tragwerk zu einem neuen System umgebaut. Das ist eine hochtechnologische Angelegenheit."

Nach der zentimetergenauen Sichtkontrolle der Brücke mit ihren rund sieben Kilometer langen Schweißnähten wurde die Statik der Brücke nachgerechnet - wieder und immer wieder. Professor Greiner: "Für jeden dieser komplexen Berechnungsvorgänge braucht ein leistungsfähiger Computer mehrere Stunden. Die statischen Daten der Altersbergbrücke füllen mehrere Kartons."

Nach Berechnung der Statik wurde das Sanierungskonzept erarbeitet:
Es wurden die bei der ursprünglichen Verstärkung der Brücke vergessenen Schweißnähten gezogen beziehungsweise mangelhaft ausgeführte Nähte korrigiert. Darüber hinaus wurden umfangreiche Verstärkungen und Versteifungen angeordnet. "Es war Wunsch der ASFINAG, das Sicherheitsniveau der Altersbergbrücke so anzuheben, dass die normengemäßen Anforderungen voll erfüllt werden. Das haben wir gemacht und durch eine Belastungsprobe nochmals überprüft. Die Altersbergbrücke entspricht für die neuerliche Inbetriebnahme voll und ganz den internationalen Sicherheitsstandards", erklärt Univ. Prof. Richard Greiner. Die Sanierung der wellenförmigen Fahrbahnbereiche wird dann im kommenden Jahr vorgenommen werden".

Alle durch die zweimonatige Sperre der Altersbergbrücke entstandenen Mehrkosten infolge der Sanierungs- und Verstärkungsmaßnahmen sind im Gesamtprojekt, welches aus haftungstechnischen Gründen durch die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) erstellt wird, abgedeckt. "Die Brücke befindet sich im Bauzustand und ist zur Hälfte fertig", erklärt Walter Gruber, Geschäftsführer der ASFINAG Autobahn Service GmbH Süd. Die Festlegung des weiteren Sanierungskonzeptes inklusive eines exakten Kostenrahmens wird in den nächsten Tagen erfolgen.

"Es war keine leichte Zeit, aber gemeinsam mit dem Land Kärnten, allen Einsatzkräften, dem Einsatz der Beteiligten vor Ort und dem Verständnis der Betroffenen - wie den Anrainern, der Tourismus- und Transportwirtschaft - haben wir diese Situation gemeistert, weil alle an einem Strang gezogen haben", hält ASFINAG-Vorstandsdirektor Franz Lückler abschließend fest.
 
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