Integration von SeniorInnen  

erstellt am
19. 01. 07

Graz übernimmt Vorreiterrolle
Graz (stadt) - “From Isolation to Inclusion” ist eine EU-Projekt, das im Rahmen des Zweiten Transnationalen Austauschprogramms der Europäischen Union gefördert und in insgesamt sechs europäischen Modellregionen umgesetzt wird.

„Ich bin sehr stolz darauf, dass Graz als österreichische Modellregion ausgewählt wurde und dass es dieses EU-Projekt gibt“, freute sich Sozialstadträtin Tatjana Kaltenbeck-Michl über die Teilnahme des Grazer Sozialamts an „From Isolation to Inclusion“.

Für Österreich ist die Stadt Graz/SeniorInnenbüro durch Dr.in Ulla Herfort Wörndle als Projektpartnerin vertreten, die Projektleitung hat das Wiener Forschungsbüro queraum. Kultur- und sozialforschung, durch Mag.ª Anita Rappauer, übernommen.

Weitere europäische ProjektpartnerInnen sind Deutschland/Rhein-Main Gebiet und Stadt Wetzlar, Italien/Region Emilia Romagna, Tschechische Republik/Region Hradec Kralove (ehem. Königsgrätz), Großbritannien/Stadt Bristol und Litauen/Stadt Kaunas. Die Gesamtkoordination des EU-Projekts liegt bei der Hessischen Staatskanzlei. Das Projekt startete im September 2005 und läuft noch bis Juli 2007.

Die Situation sozial benachteiligter Älterer
Sozialstadträtin Tatjana Kaltenbeck-Michl begrüßte die innovative Arbeit des Projektteams und erläuterte den prinzipiellen Zugang des Projektes:
„Unsere Gesellschaft steht inmitten heftiger struktureller Veränderungen. Die Menschen werden Dank der positiven Lebensumstände und der medizinischen Versorgung immer älter, Migrationsbewegungen ändern sich und auch die familiären Lebensformen stehen im ständigen Wandel mit und durch unsere Gesellschaft. Das Projekt „From Isolation to Inclusion“ beschäftigt sich in Anbetracht dieser europäischen Parameter mit der Situation sozial benachteiligter älterer und hochbetagter Personen".

Seit Beginn des „i2i-Projekts“ wurden zahlreiche Aktivitäten unternommen, um spezifische Probleme und mögliche Maßnahmen zur Integration sozial benachteiligter älterer Menschen in den Projektregionen zu identifizieren. So wurden EU-weit regionale Plattformen gegründet, in denen Nicht-Regierungsorganisationen, WissenschafterInnen, Interessensvertretungen, kirchliche und politische VertreterInnen sowie Angehörige der Zielgruppe vertreten sind. Zudem haben die Projektteams in den einzelnen Projektregionen eine Anzahl von persönlichen Interviews mit ExpertInnen geführt.

Graz profitiert vom europaweiten Austausch
Mag.ª Anita Rappauer, Projektleiterin von „i2i“: „Die Stadt Graz hat als erste Region in Österreich einen Regionalen Aktionsplan zur Integration für ältere Menschen erarbeitet. Graz nimmt durch die Teilnahme an diesem EU-Projekt eine Vorreiterrolle ein. Und - die Stadt Graz profitiert vom europaweiten Austausch innovativer Projekte zur sozialen Integration älterer Menschen. Denn im Mittelpunkt steht das gegenseitige Lernen.“

Neue Konzepte für direkte Mitarbeit finden
Das Ziel der ProjektpartnerInnen ist es, Maßnahmen und Aktionen zur sozialen Integration folgender Gruppen älterer Menschen zu entwickeln:

* Ältere Menschen mit niedrigem Einkommen
* Ältere Menschen mit mentalen Krankheiten und Behinderungen
* Ältere Menschen ohne familiäre Netzwerke


In Graz werden zusätzliche Maßnahmen zur sozialen Integration von Angehörigen ethnischer Minderheiten sowie von Menschen, die ins dritte Lebensalter eintreten, entwickelt.

„Wir haben in der Stadt Graz durch die Einrichtung des SeniorInnenbeirates, des SeniorInnenreferates und des MigrantInnenbeirates bereits hervorragende Strukturen für die politische Vertretung und soziale Beteiligung älterer Menschen geschaffen. Nun ist es unsere Aufgabe Möglichkeiten zu schaffen, um ältere Menschen noch besser in das soziale und wirtschaftliche Leben zu integrieren. Dabei sollen die bereits existierenden Strukturen weiterentwickelt, neue Konzepte der direkten Mitwirkung geschaffen und ein barrierefreies und nutzerInnenfreundliches Umfeld gefördert werden“, erläuterte Kaltenbeck-Michl die bereits gesetzten Maßnahmen in Graz.

Maßnahmen und Angebote wie beispielsweise: Essen auf Rädern, die Brennstoffaktion, die Mobilitätscard/SeniorInnencard, das SeniorInnen- und Behindertentaxi, Aktionen und Veranstaltungen des Veranstaltungsreferat des Sozialamt (SeniorInnensommer, Café Graz, zahlreiche Kultur-Veranstaltungen, Muttertagsfeier usw.), Aktionen und Veranstaltungen des SeniorInnenbüros des Sozialamts (Internet-Kurse, Fahrsicherheitstraining, Schwimmen, Turnen, Kulturtreff, Bücherrunde, Museumsspaziergänge, Singkreis, Sprachrunden, usw.)

Gute Lebensqualität sicherstellen
Das i2i-Projekt hat nicht nur zum Ziel, die Teilhabe älterer Menschen zu unterstützen und Fragen der Partizipation auf lokaler und regionaler Ebene hervorzuheben, sondern wird auch in der Entwicklung Nationaler Aktionspläne (NAP) beratend tätig.

Deshalb werden die Zuständigen für Nationale Aktionspläne ebenso wie Vertreterinnen und Vertreter der Europäischen Kommission systematisch in die Arbeit des Projekts einbezogen.

„Partizipation und Integration sind der Schlüssel zur Sicherstellung von einer guten Lebensqualität für alle Gruppen der Bevölkerung. Mir ist es ein großes Anliegen, dass nicht nur im Bereich der Kinder- und Jugendlichen und der Erwachsenen, sondern auch der Menschen, die nicht mehr im Erwerbsleben stehen, zu gewährleisten, dass Beteiligungsprozesse weiterhin verstärkt bzw. überhaupt ermöglicht werden“, so Kaltenbeck-Michl.
 
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