Neuer Finanzminister soll Biersteuer abschaffen  

erstellt am
17. 01. 07

Wien (nöwpd) - Die österreichischen Brauereien schlagen Alarm: Die hierzulande hohe Biersteuer bewirkt, dass sich viele Konsumenten im angrenzenden Ausland mit dem beliebten Gerstensaft eindecken. "Pro Jahr machen die Kofferraumimporte bereits 300.000 Hektoliter aus", schätzt Markus Liebl, Obmann des Brauereiverbandes und Vorstandssprecher der Brau Union, Österreichs größtem Bierkonzern, im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Die Brau Union betreibt in Niederösterreich die Brauereien Wieselburg und Schwechat mit insgesamt rund 700 Arbeitsplätzen.

Anlass zur Sorge gebe die Situation vor allem in jenen Bundesländern, die an Deutschland oder Tschechien angrenzen. Denn in diesen beiden Nachbarstaaten liegt die Biersteuer um das Zweieinhalbfache niedriger als in Österreich. "Wir haben eine in Summe fast 1.000 Kilometer lange Grenzlinie zu Deutschland und Tschechien. Daraus kann man die Brisanz des Problems ermessen", erklärt Liebl.

Dabei würde der Finanzminister nach Meinung des Brauereiverbandes mit der Abschaffung der ungeliebten Abgabe sogar noch ein Geschäft machen, denn: "Die Biersteuer bringt dem Fiskus rund 200 Millionen Euro im Jahr. Diese Einnahmen sind aber weit geringer als jene, die der Staat mit dem zusätzlichen Absatz heimischer Produkte lukrieren könnte", rechnet Liebl vor.
 
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