VPI Jahresinflationsrate 2006: +1,5%  

erstellt am
17. 01. 07

Haushaltsenergie und Treibstoffe sind die Preistreiber des Jahres 2006
Wien (statistik austria) - Nach den relativ hohen Werten in den letzten beiden Jahren, 2004 (+2,1%) und 2005 (+2,3%), ist im Jahr 2006 ein Rückgang der Inflationsrate auf 1,5% eingetreten. Damit ist sie etwas höher als im Jahr 2003 (+1,3%).

Für die derzeitige Höhe der Inflationsrate ist laut Statistik Austria zur Hälfte die Ausgabengruppe Wohnen, Wasser und Energie verantwortlich, die vor allem durch Preissteigerungen bei der Haushaltsenergie verursacht waren. Heizöl (+13%) wies beispielsweise noch in der ersten Jahreshälfte Preissteigerungen gegenüber dem Vorjahr von über 20% auf, erst in der zweiten Jahreshälfte war ein stetiger Preisrückgang zu beobachten.

Etwas mehr als ein Viertel trug die Ausgabengruppe Verkehr zur Jahresinflation bei. Hier waren es hauptsächlich die Treibstoffpreise (+6%), die die Inflation anheizten, ansonst aber den gleichen Jahresverlauf wie das Heizöl zeigten.

Hätten die Preissteigerungen bei der Haushaltsenergie und bei den Treibstoffen nicht stattgefunden, hätte die Jahresinflation 2006 nur 1,0% betragen.

Der Jahresverlauf des VPI zeigt eine unruhige Linie. Nach niedrigen Werten zu Jahresbeginn, wo die Inflationsrate nahe 1% zu liegen kam, waren im zweiten und dritten Quartal die höchsten Werte des Jahres 2006 zu beobachten, ohne jedoch die 2%-Marke zu erreichen. Erst in den letzten Monaten war wieder ein leichter Rückgang zu beobachten.

EU-Harmonisierter VPI (HVPI) im Jahr 2006: +1,7%
Mit 1,7% liegt der Jahresdurchschnitt des HVPI im Jahr 2006 deutlich unter dem Inflationsziel der EZB von 2,0%. Nach 2,1% im Jahr 2005 und 2,0% im Jahr 2004 erreicht der HVPI wieder das Niveau von 2002 (1,7%).

Der Unterschied von 0,2 Prozentpunkten zum VPI ist bedingt durch den unterschiedlichen Abdeckungsbereich.

HVPI zu konstanten Steuersätzen im Jahr 2006: +1,6%
Erstmals im September 2006 wurde auch ein HVPI berechnet, der den Effekt von Steueränderungen auf den Verbraucherpreisindex zeigt. Zu diesem Zweck werden die Steuern auf dem Niveau des letzten Dezembers konstant gehalten. Zu Beginn des Jahres 2006 wurde der fixe Anteil der Tabaksteuer von 23,55 € auf 24,34 € und der Bonus für Eco-Strom von 0,270€ pro kWh auf 0,464€ pro kWh angehoben. Dieser neue Index, der HVPI-KS, weist im Jahr 2006 einen Wert von 1,6% auf. Hätten die Steueränderungen zu Jahresbeginn nicht stattgefunden, wäre die Inflationsrate, gemessen mit dem HVPI, um 0,1%-Punkte niedriger gewesen.

PIPH im Jahr 2006: +1,8%
Der Preisindex für Pensionistenhaushalte wies im Jahresdurchschnitt 2006 eine Teuerung um 1,8% auf. Hauptverursacher sind, wie im VPI, die Ausgabengruppe Wohnen, Wasser und Energie (+4,6%), die zur Hälfte für die Jahresteuerung von 1,8% verantwortlich ist, und die Ausgabengruppe Verkehr (+2,7%), die ein weiteres Fünftel erklärt.

Damit liegt die Teuerungsrate für Pensionistenhaushalte um 0,3 Prozentpunkte über jener, die mit dem VPI gemessen wird. Hauptverantwortlich für diesen Unterschied sind die Preissteigerungen in den Ausgabengruppen Verschiedene Waren und Dienstleistungen sowie Gesundheitspflege, welche sich im PIPH wegen des größeren Ausgabenanteils stärker auswirken. Die Preissenkungen im Bereich Freizeit und Kultur hingegen wirkten sich im PIPH nicht so stark aus wie im VPI.

PKW-Index im Jahr 2006: +2,1%
Der Preisindex für den privaten PKW-Verkehr stieg im Jahr 2006 um +2,1%. Hauptverursacher für diese Höhe sind wie im VPI die Treibstoffe. Betrug die Differenz zwischen VPI (2005: +2,3%) und PKW-Index (2005:+3,7%) im Jahr 2005 noch 1,4 Prozentpunkte, so ist sie im Jahr 2006 mit 0,6 Prozentpunkten deutlich geringer.
 
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