Plassnik: Internationaler Aufschrei gegen Leugnung des Holocaust  

erstellt am
29. 01. 07

Außenministerin zum Internationalen Holocaust-Gedenktag
Wien (bmaa) - "Diese Resolution ist ein Aufschrei gegen jeden Versuch, die Schrecken der Shoa zu leugnen." Das sagte Außenministerin Ursula Plassnik am 27.01. anlässlich der Verabschiedung einer Resolution der UNO-Generalversammlung zum Internationalen Holocaust-Gedenktag, mit der die Staatengemeinschaft die Leugnung oder Relativierung des Holocaust klar verurteilt.

Der Resolutionstext war unter engagierter österreichischer Beteiligung vor dem Hintergrund der im vergangenen Dezember im Iran organisierten so genannten "Holocaust-Konferenz" formuliert worden.

"Diese Veranstaltung wie auch die völlig inakzeptablen Äußerungen des iranischen Präsidenten Ahmadinejad belegen, dass es immer wieder Versuche gibt, die Tatsache der systematischen Auslöschung von 6 Millionen Juden und anderer schwer betroffener Opfergruppen, die Verfolgungen, Massentötungen, Deportationen und Todeslager zu leugnen. Diesem erschreckenden Ausdruck von Intoleranz, Antisemitismus und Rassenhass müssen wir mit Nachdruck entgegen treten".

"Wir haben die Verpflichtung, das Bewusstsein um den größten Völkermord der Geschichte zu schärfen, die Erinnerung weiterzugeben und unsere jungen Generationen zu Toleranz und Achtung der Menschenrechte zu erziehen. Wir müssen sie ermutigen, den Spuren der Vergangenheit nicht auszuweichen", so die Außenministerin weiter.

Plassnik hob in diesem Zusammenhang exemplarisch den beim Außenministerium angesiedelten Zukunftsfonds hervor. Er fördert Projekte und wissenschaftliche Arbeiten im Interesse und im Gedenken der Opfer des NS-Regimes und der Erinnerung an die Bedrohung durch totalitäre Systeme und Gewaltherrschaften. Weiters verwies sie auf die bewährte Zusammenarbeit zwischen Österreich und der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem zur Fortbildung österreichischer Lehrer, auf innovative Maßnahmen zur historisch-politischen Bildung, wie etwa das LehrerInnen-Vermittlungsprojekt "erinnern.at" und die "Aktionstage Politische Bildung".

"Besonderes Profil erhält unser internationales Engagement durch die Mitgliedschaft Österreichs in der 24 Staaten umfassenden Internationalen Holocaust Task Force, in der wir an der Entwicklung und Umsetzung von Programmen zu Erziehung, Erinnerung und Forschung mitwirken und in deren Rahmen wir auch gegenüber einer sensibilisierten Öffentlichkeit die österreichischen Leistungen für Opfer des Nationalsozialismus erklären", so die Außenministerin.
 
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