Grippezeit: Medikamente können Fahrtüchtigkeit negativ beeinflussen  

erstellt am
25. 01. 07

Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten nach der Medikamenteneinnahme können zu Fahrfehlern führen
Wien (kfv) - Jetzt hat der Winter doch noch Einzug gehalten und zahlreiche Menschen werden in den nächsten Wochen mit grippalen Infekten zu kämpfen haben. Allerdings kuriert sich der moderne, stets gestresste Mensch nur noch selten aus. Der Griff zu Medikamenten ist einfach, unterdrückt in der Regel die Krankheit und stört den gewohnten Tagesablauf nicht. Doch Vorsicht: Die Einnahme von Medikamenten kann sich vor allem im Straßenverkehr negativ auswirken!

Sich fit fühlen heißt nicht immer fit sein
Besonders gefährlich ist der Umstand, dass sich viele Autofahrer trotz verminderter Fahrtüchtigkeit nach der Einnahme von Medikamenten fit für den Straßenverkehr fühlen. Deshalb ist es unbedingt nötig, im Vorfeld Arzt oder Apotheker nach eventuellen Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit zu fragen. Vor der Einnahme des Medikaments – auch wenn es sich um rezeptfreie Mittel handelt – sollte der Beipackzettel gründlich gelesen werden. Wird im Beipackzettel auf Gefahren für den Pkw-Lenker hingewiesen, lässt man das Auto am besten – schon allein aus rechtlichen Gründen – stehen. Laut Gesetz darf ein Fahrzeug nur in Betrieb genommen werden, wenn die nötige körperliche und geistige Fitness gegeben ist, sonst drohen Strafen oder ein verminderter Versicherungsschutz. In Österreich werden Drogen- und Medikamentenmissbrauch am Steuer meist nur als Folge einer auffälligen Fahrweise sanktioniert. Ähnlich wie bei der Problematik Alkohol am Steuer ist die Dunkelziffer hoch. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) hat bereits Anfang der 90er Jahre in Sachen Aufklärungsarbeit eine wichtige Maßnahme erreicht: Neu zugelassene Arzneipräparate müssen verpflichtend gekennzeichnet werden. Ein Dreieck mit Rufzeichen auf der Packung des Medikaments warnt vor gefährlichen Folgen im Straßenverkehr. Allerdings bedeuten auch nicht alle Medikamente ein Risiko in punkto Verkehrssicherheit. Manche Wirkstoffe sorgen sogar erst für die richtige Fahrtüchtigkeit – etwa Spezialmedikamente für Diabetiker oder Herz-Kreislauf-Kranke.

Welche Medikamente beeinträchtigen die Fahrtüchtigkeit?
Vor allem Psychopharmaka wie Beruhigungsmittel, Schlafmittel oder starke Präparate gegen Schmerzen und Fieber können die Konzentrationsfähigkeit massiv beeinflussen.
Folgende Aspekte sollten beachtet werden:

  • Die Wirkung mancher Arzneimittel (Schlafmittel, Narkotika, etc.) klingt erst nach 24 Stunden ab
  • Mittel gegen Schmerzen, Fieber oder Entzündungen können schnell müde machen, stärkere Präparate machen fahruntüchtig
  • Auch auf Beruhigungs- und Allergiemittel reagiert der Körper mit Müdigkeit. Diese niemals mit Aufputschmittel bekämpfen – sie wirken enthemmend und fördern die Gleichgültigkeit
  • Manche Präparate gegen Bluthochdruck oder Brechreiz, Augentropfen mit Wirkung auf die Pupille wirken sich ebenfalls negativ auf die Fahrtüchtigkeit aus.


Bei Erkrankungen wie Grippe oder starken Kopfschmerzen sollte das Auto am besten gleich stehen gelassen werden. Auch nach einer Spritze beim Zahnarzt ist man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder als Beifahrer sicherer unterwegs.

Besonders gefährlich: Kombination mit Alkohol
Medikamente und Alkohol sind eine besonders explosive Mischung. Der Konsum von Medikamenten muss noch nicht einmal gleichzeitig erfolgen. Selbst 24 Stunden nach der Einnahme eines Beruhigungsmittels kann Alkohol zur Fahruntüchtigkeit führen. Deshalb beim Ausgehen unbedingt auf das gewohnte Glas Wein oder Bier verzichten – denn dieser Genuss kann ungeahnte Folgen haben.

 
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