Sima: Klimaschutz im Inland als Jobmotor nutzen!  

erstellt am
22. 01. 07

Wien spart jährlich 2,4 Mio. t CO2 ein!
Wien (rk) - Ganze 2,4 Mio. Tonnen CO2 spart die Stadt Wien durch die Maßnahmen im Klimaschutzprogramm (KliP) jährlich ein. "Klimaschutzmaßnahmen sind angesichts des globalen Klimawandels das Gebot der Stunde - und sie sind zugleich eine enorme Chance für den heimischen Arbeitsmarkt", betont SPÖ-Umweltstadträtin Ulli Sima. So wird in Wien beispielsweise seit Jahren die thermische Wohnhaussanierung forciert, mittels THEWOSAN werden alte, "energiefressende" Wohnbauten thermisch saniert, die Investitionen in den Bereichen Wärmedämmung und Wohnhaussanierung sichert Wien damit rund 2.000 Arbeitsplätze pro Jahr. Die Sanierung von 137.360 Wohnungen zwischen 1990 und 2005 entlastet das Klima um jährlich 216.500 t CO2. "Dieses enorme Potential muss bundesweit genützt werden anstatt zur Erreichung der international verpflichtenden Klimaschutzziele nur auf den Ankauf von CO2-Zertifikaten im Ausland zu setzen", so Sima am 23.01.

Neben der thermischen Wohnhaussanierung konnte Wien die größten Erfolge in den Bereichen Fernwärmeausbau, Effizienzsteigerungen in den Kraftwerken, sowie Ausbau des öffentlichen Verkehrs erzielen.

Mit dem kürzlich in Betrieb genommenen weltgrößten Wald- Biomassekraftwerk Simmering werden fossile Brennstoffe von rund 72.000 Tonnen Steinkohle oder 47.000 Tonnen Heizöl oder 40.000 Tonnen Erdgas eingespart. Dieses Kraftwerk wird eine Reduktion von jährlich zusätzlichen 144.000 Tonnen CO2-Emissionen in Wien bringen.

Bei Erneuerbarer Energie für Strom und Fernwärme ist Wien seit Jahren vorbildlich. Zu den zahlreichen Anlagen, wie Photovoltaikanlagen, acht Windkraftanlagen, Kühlwasser- Auslaufturbinenanlage Kraftwerk Simmering oder Deponiegasverstromungsanlage Rautenweg kamen 2005 das Kleinwasserkraftwerk Nußdorf und der Windpark Unterlaa hinzu. An der Fortschreibung der aktiven Wiener Klimaschutzpolitik über das Jahr 2010 hinaus wird bereits intensiv gearbeitet, zunächst wird die bisherige Umsetzung des "KliP I" evaluiert. Aufbauend auf den Ergebnissen wird ein neues Paket an Klimaschutzmaßnahmen ("KliP II") ausgearbeitet.

Solarinitiative "Sonne für Wien" auch 2007 fortgesetzt
Auch 2007 wird die bisher sehr erfolgreiche Solarinitiative "Sonne für Wien" fortgesetzt. Ziel ist die gezielte Information über Möglichkeiten und Förderungen der Solarenergie in Wien. Im Jahr 2005 wurden in Sachen Solarthermie 154 Förderanträge behandelt, 10 % mehr als 2004. Insgesamt wurden 2.136,41 m2 Kollektorfläche installiert. Das bedeutet ein Plus von 8,56 % gegenüber dem Jahr 2004. Besonders wichtig ist in diesem Zu- sammenhang die Zunahme von Anlagen mit Heizungseinbindung, durch die ein weit größerer Klimaschutzeffekt erzielt werden kann als bei bloßer Warmwasserbereitung. Auch für die Wirtschaft ist ein positiver Effekt zu verbuchen: Durch die Ausschüttung von rund 440.000 Euro an Fördermitteln wurde ein Investitionsvolumen von rund 1,8 Mio. Euro ausgelöst. "Im Jahr 2005 wurde die Fördersumme zur Jahresmitte verdoppelt, um alle Anträge positiv behandeln zu können", so Sima. Damit konnten 289 Anträge zur Solarförderung behandelt werden. Das bedeutet einen Anstieg von 89 % gegenüber 2005. Stark nachgefragt waren im Jahr 2006 Anlagen zur Warmwasserbereitung. Durch die Solarförderung wurde 2006 ein Investitionsvolumen von rund 3 Mio. Euro ausgelöst.

Wärme im Kanal - bisweilen österreichweit einzigartig
Energiegewinnung aus dem öffentlichen Kanalnetz ist - in der Betriebsaußenstelle Süd von Wien Kanal (MA 30) in Wien-Liesing - bisweilen österreichweit einzigartig. Die Anlage zur Energiegewinnung aus Abwasser liefert rund 190 Kilowattstunden (kWh) Heizleistung und 150 Kilowattstunden (kWh) Kühlleistung. Im Vergleich zu einer konventionellen Ölheizung gleicher Leistung ,produziert die Anlage um rund 80 Prozent weniger Treibhausgase. Die Reduktion des Kohlendioxid-Ausstoßes beträgt zirka 47 Tonnen pro Jahr. Das Abwasser im 2.300 Kilometer langen Wiener Kanalnetz weist im Jahresschnitt eine Temperatur von 16 Grad Celsius auf. Selbst im Winter wird der Wert von zwölf Grad nicht unterschritten. Verantwortlich dafür ist etwa der Ablauf aus Duschen, Badewannen oder Geschirrspülern. Auf 30 Metern Länge wurde unter der Betriebsaußenstelle ein Wärmetauscher in den dort verlaufenden Kanal eingebaut, eine Wärmepumpe nützt den Temperaturunterschied zwischen Abwasser und Außenluft. Im Winter wird dem fließenden Abwasser Wärme entzogen, um diese zur Beheizung des Gebäudes und zur Warmwasseraufbereitung zu verwenden. Der umgekehrte Effekt wird im Sommer zur Kühlung des Gebäudes genutzt.

"Global denken - lokal handeln" in Wien
"Wien zeigt, dass lokale Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel möglich und zielführend sind, Wien setzt seit Jahren eine Vielzahl von Klimaschutzmaßnahmen in der Stadt, ganz im Sinne des Grundsatzes 'Global denken - lokal handeln'. Österreich ist leider Lichtjahre vom Kyoto-Ziel entfernt, der im Regierungsprogramm festgeschriebene Energie- und Klimaschutzfonds im Umfang von 500 Millionen Euro sei dabei "ein Schritt in die richtige Richtung", so die Wiener Umweltstadträtin: "Die Aktualisierung der nationalen Klimastrategie, über deren Umsetzung dann jährlich Berichte vorzulegen sein werden, ist aber noch überfällig. Sie muss jetzt rasch erarbeitet werden und darf kei- nesfalls ein bloßer Papiertiger bleiben - der Klimawandel ist auch in Österreich längst spürbar, ein Zuwarten und Verschleppen ist unverantwortlich", so Sima abschließend."

Informationen: http://www.wien.gv.at/umwelt/klimaschutz/
 
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