Gusenbauer: Ausbildung entscheidendes Glied in der Kette von Forschung, Innovation und Wachstum  

erstellt am
13. 02. 07

"Wir wollen, dass alle am technologischen Wandel teilhaben"
Wien (sk) - Im Rahmen seines Auslandsbesuchs in der Schweiz hielt Bundeskanzler Alfred Gusenbauer am 12.02. eine Rede an der ETH Zürich zum Thema "Innovation als Impuls für Beschäftigung". Gusenbauer führte in seiner Rede die Veränderungen im Rahmen der Globalisierung aus und welche Folgen dies für Länder wie Österreich und die Schweiz habe. "Es bedarf neben der Erhöhung der Ausgaben für Forschung und Entwicklung großzügiger Investitionen in Aus- und Weiterbildung, damit Innovation zu einem Impuls für Wachstum werden kann", so der Bundeskanzler.

Es gelte, Österreich zum Technologieentwickler und -exporteur zu wandeln", erklärte Gusenbauer. "Technischer Fortschritt und Qualitätsverbesserung, nicht quantitatives Wachstum auf Basis niedriger Löhne muss unser Kurs sein."

Gusenbauer betonte, dass Österreich eines der wenigen Länder sei, das wohl im Jahr 2010 das Barcelona-Ziel von drei Prozent Forschungsquote erreichen werde. "Aber die Erhöhung der Forschungs- und Entwicklungsquote allein garantiert noch nicht Wachstum und Wohlstand. Entscheidend ist letztlich die Effizienz des Forschungs- und Entwicklungssystems." Hier habe Österreich noch Aufholbedarf. Es sei eine große Herausforderung für die Regierung, den Strukturwandel der österreichischen Wirtschaft in Richtung Hochtechnologie und wissensintensiver Dienstleistungen die nötige Hilfestellung zu geben.

Gerade an der ETH Zürich erinnerte Gusenbauer daran, dass das entscheidende Glied in der Kette von Forschung, Innovation und Wachstum die Ausbildung sei. "Der Wettstreit um die erfolgreichsten Innovationen erfolgt über den Wettstreit um die besten Köpfe. Österreich braucht mehr weibliche und männliche Akademiker, Naturwissenschafter, Techniker, Facharbeiterinnen und Facharbeiter genauso wie Philosophen und Geisteswissenschafter." Es bedürfe also neben der Erhöhung der Ausgaben für Forschung und Entwicklung entsprechender Investitionen in Aus- und Weiterbildung, damit Innovation zu einem Impuls für die Wirtschaft wird.

Gusenbauer betonte ebenfalls, dass es wichtig sei, dass Europa im Bereich der Forschung enger zusammenrücken müsse, wenn es sich im globalen Wettstreit bewähren wolle. "Viele Menschen in Europa haben aber Angst, von all dem ausgeschlossen zu werden. Die Arbeit zu verlieren, ohne Gesundheitsvorsorge krank zu werden oder im Wettbewerb nicht zu bestehen", erklärte Gusenbauer. Deshalb wolle die Regierung in Österreich in den nächsten Jahren auch den sozialen Zusammenhalt stärken. "Wir wollen, dass alle am technologischen Wandel teilhaben und die Verlierer in angemessener Weise entschädigt werden - dass also der Prozess 'produktiver Zerstörung' aufgehoben wird und in einen Prozess produktiver 'gesellschaftlicher Neuerung' gewandelt wird", so Gusenbauer zum Abschluss auf eine Theorie Schumpeters eingehend.
 
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