EU: Präventive Zucker-Rücknahme um 13,5%  

erstellt am
26. 02. 07

Die Rübenbauern bewerten Prölls Rolle positiv
Wien / Brüssel (bmlfuw) - Um Überschüsse auf dem EU-Zuckermarkt zu vermeiden, darf die Quote im Wirtschaftsjahr 2007/08 nicht voll ausgenutzt werden. Die EU-Kommission hat gestern im Verwaltungsausschuss für Zucker eine Mengenkürzung von 13,5% beschlossen. Der von ursprünglich 12% auf 13,5% erhöhte Kürzungssatz gilt für Mitgliedstaaten, die keine Quote an den Restrukturierungsfonds zurückgegeben haben.

Das heißt, in Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Österreich und den anderen wichtigen Erzeugerländern darf die Quote nur zu 86,5% genutzt werden. Was darüber hinausgeht, muss als Industriezucker verkauft werden. Mitgliedstaaten, die Quote im Rahmen der Reform zurückgegeben haben, werden jetzt belohnt. Sie müssen die Menge um weniger als 13,5% kürzen. Italien, Portugal und Griechenland, die mehr als 50% der Quoten zurückgegeben haben, werden sogar ganz ausgenommen. Insgesamt sollen in diesem Wirtschaftsjahr mit der beschlossenen Marktrücknahme 2 Mio. t weniger Zucker erzeugt werden.

Die österreichische Dachorganisation der Zuckerrüben anbauenden Landwirte, "Die Rübenbauern", bewertet das Verhandlungsergebnis positiv. Die Rübenbauern hätten mit 10 bis 15% Kürzung gerechnet und sich gewünscht, dass die Maßnahme vor dem Anbau gesetzt wird, damit sich die Bauern danach richten könnten. Länder wie Italien und Portugal hätten durch Quotenrückgaben umfangreiche Vorleistungen gebracht und es sei klar, dass diese nicht noch einmal zur Einschränkung aufgefordert werden. "Wir sind nicht glücklich über die Zucker-Rücknahme, aber es war die richtige Entscheidung", sagte ein Sprecher der Rübenbauern gegenüber dem AIZ. Dass die Quoten nun geringer seien, koste die Zuckerwirtschaft Geld. Die ansonsten auftretenden Überschüsse würden den Sektor jedoch noch mehr belasten.

Die Rübenbauern zeigten sich dabei sehr zufrieden mit der Rolle von Landwirtschaftsminister Josef Pröll und des Vertreters seines Ressorts im Verwaltungsausschuss. Man habe auf die drohenden Probleme aufmerksam gemacht und gebeten, in dieser Angelegenheit aktiv zu werden. Im Herbst sei Pröll dann der erste europäische Minister gewesen, der sich in diesem Bereich engagiert habe. Nach und nach habe er die Länder von der Dringlichkeit entsprechender Maßnahmen überzeugt. Die EU-Kommission selbst wäre in dieser Hinsicht nicht tätig geworden, meinten die Rübenbauern.
 
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