Waldviertler Frächter befahren "freiwillige Einbahnstraße"  

erstellt am
27. 02. 07

St. Pölten (nöwpd) - Mit einem in Niederösterreich bislang einmaligen Vorhaben wollen Waldviertler Transportunternehmer die angespannte Situation auf der Landeshauptstraße 67 (LH67) im Großraum Kirchberg/Walde entschärfen. Das nur unzureichend ausgebaute Straßenstück zwischen der B2 bei Schrems und der B36 bei Großhaslau spielt im Straßengüterverkehr zwischen den Bezirken Gmünd und Zwettl eine tragende Rolle. "Wir haben gemeinsam ein Verkehrsleitsystem entworfen, das klare Richtlinien bei der Fahrt Richtung Süden bzw. Richtung Norden setzt", sagt der Obmann der Sparte Güterbeförderung in der Wirtschaftskammer Niederösterreich, Heinz Schierhuber, im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

Demnach werden die Frächter dieses Straßenstück mit ihren Lkw ab 1. März 2007 nur mehr in Nord-Süd-Richtung - also praktisch wie eine Einbahnstraße - befahren. Dadurch wird auch das Nadelöhr der Verbindung, die Ortsdurchfahrt von Kirchberg/Walde, entlastet. In der Gegenrichtung, im Süd-Nord-Verkehr, bleiben die Lkw ab Großhaslau auf der B36 in Richtung Vitis.

"Unser Vorhaben wird ganz ohne Verkehrszeichen und Weisungen von Seiten der Bezirkshauptmannschaften auskommen", kündigt Heinz Schierhuber an. Durch eine vom Kuratorium für Verkehrssicherheit durchgeführte Verkehrszählung und Verkehrsanalyse ist der betroffene Verkehr detailliert aufgeschlüsselt: 75 Prozent davon sind Unternehmen, die im regionalen Holztransport unterwegs sind.

"In den nächsten Tagen werden von uns alle Firmen, die von dieser Regelung betroffen sind, informiert", so Schierhuber. Um auch Frächter aus dem Ausland von der neuen Regelung in Kenntnis zu setzen, werden an den nächstgelegenen Grenzpolizei-Inspektionen Informationsblätter aufgelegt.

Die gemeinsam getroffene Entscheidung der Waldviertler Transportunternehmer sieht der Fachgruppenobmann als wichtige Initiative der in der Öffentlichkeit immer wieder kritisierten Transportbranche, die damit den Verkehr auf einer neuralgischen Strecke zu entlasten versucht. "Damit haben wir bewiesen, dass wir bei derart langfristigen Straßenbauvorhaben Lösungen im Interesse der Anrainer kurzfristig umsetzen können", unterstreicht Heinz Schierhuber. Der Ausbau der B36 zwischen Vitis und Zwettl wird nach derzeitigen Prognosen nicht vor 2015 abgeschlossen werden können.
 
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