Österreich übernimmt Vorsitz im ENISA-Verwaltungsrat  

erstellt am
29. 03. 07

Athen / Wien (bpd) - Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sind zu einem wesentlichen Faktor der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung geworden. Computer und Kommunikationsnetze werden wie Elektrizitäts- und Wasserversorgung zu unentbehrlichen Einrichtungen des täglichen Lebens. Daher gewinnt ihre Sicherheit, sowie ihre Verfügbarkeit in einem Europa, das immer mehr auf digitale Dienste setzt, zunehmend an Bedeutung. Die Informationsgesellschaft muss auf einer vertrauenswürdigen Basis von IKT-Diensten aufbauen können. Im E-Government wurde vom Bundeskanzleramt auch auf diesem Gebiet ein Schwerpunkt gesetzt. Das Bürgerkartenkonzept und das IT-Sicherheitshandbuch sind dazu nur einige Beispiele, die von der zuständigen Staatssekretärin Heidrun Silhavy besonders forciert werden.

Auf Grund seines großen Engagements und seiner international anerkannten umfassenden Kompetenz wurde Universitätsprofessor Dr. Reinhard Posch, Chief Information Officer des Bundes, am 28.03. bei der ENISA als Vorsitzender des Managementboards gewählt.

Die Europäische Agentur für Netz- und Informationssicherheit (ENISA) mit Sitz in Griechenland wurde 2004 ins Leben gerufen, um zur Entwicklung einer IKT-Sicherheitskultur im Interesse von Bürgern, Verbrauchern, Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung überall in der EU beizutragen. Verhinderung von Spam, Methoden zum Eindämmen von Phishing beim E-Banking, Verschlüsselung, elektronische Identifikation und Sicherung elektronischer Dokumente sind Themen, die in den Bereich von ENISA fallen. Gemeinsame Strategien in diesen Bereichen und Best Practices auf europäischer Ebene können einen wesentlichen Beitrag zur Fortentwicklung der Sicherheitskultur leisten, da diese Probleme in allen Mitgliedstaaten ähnlich sind. Gleichzeitig unterstützt die ENISA dadurch die Konkurrenzfähigkeit Europas auf diesem Gebiet.

Durch den Vorsitz im Verwaltungsrat kann Österreich auch einen strategisch wichtigen Beitrag leisten. Um dabei die fortschrittliche Situation in Österreich zu untermauern, hat Prof. Posch anlässlich der Amtsübernahme der Führungsebene von ENISA und den Vertretern der EU-Kommission ein Technologiepaket aus Österreich überbracht, das basierend auf der Technologie der österreichischen Bürgerkarte vertrauliche Kommunikation, elektronische Signatur und sicheren Zugang zu Internetangeboten für jedermann frei verfügbar bereitstellt. Prof. Posch betonte dazu: „Mit derartigem Export österreichischen Wissens und österreichischer Konzepte wollen wir auch der österreichischen Wirtschaft einen Vorsprung verschaffen und unseren Beitrag dazu leisten, dass unser Land weiterhin im Bereich des E-Government zu den führenden in Europa zählt.“
 
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