Fit für Forschung  

erstellt am
29. 03. 07

Uni Graz und Med-Uni Graz eröffneten Zentrum für Bewegungswissenschaften und Sportmedizin
Graz (universität) - Unter Anwesenheit zahlreicher Prominenz aus Politik, Wissenschaft und Sport wurde am 29.03. das „Zentrum für Bewegungswissenschaften und Sportmedizinische Forschung – Human Performance Research Graz“ eröffnet. Die Karl-Franzens-Universität und die Medizinische Universität Graz setzen mit dieser gemeinsamen Einrichtung einen richtungweisenden Schritt in ein Forschungsgebiet von hoch aktueller Bedeutung. Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems durch Mangel an körperlicher Aktivität sowie Schädigungen des Stütz- und Bewegungsapparats stellen in der westlichen Welt die Hauptursache für Arbeitsunfähigkeit dar.

Gleichzeitig nimmt das interdisziplinäre Zentrum, das auf dem Gelände des Universitätssportzentrums (USZ) am Rosenhain angesiedelt ist, eine Vorreiterrolle im internationalen Forschungsumfeld ein. Als eine von wenigen wissenschaftlichen Institutionen weltweit verbindet es die biologisch-medizinische Sicht, den physikalisch-technischen Zugang und die sportwissenschaftliche Perspektive.

„Durch die Gründung des neuen Zentrums werden bereits bestehende erfolgreiche Forschungskooperationen mit der Medizinischen Universität Graz weiter verankert“, freut sich Alfred Gutschelhofer, Rektor der Karl-Franzens-Universität. „Darüber hinaus greift die Einrichtung ein Thema mit Gegenwartsbezug und hoher Relevanz für die Gesellschaft auf. Die Universität nimmt damit einmal mehr ihre gesellschaftliche Verantwortung wahr und leistet gleichzeitig einen wesentlichen Beitrag zur weiteren Stärkung des Wissenschaftsstandortes Graz.“

„Die vorwiegend vom FWF und der Österreichischen Nationalbank geförderten Studien richten sich nicht nur an eine Leistungsverbesserung von SportlerInnen, sondern stellen auch einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge und Vermeidung von Überbelastungen im Spitzensport dar“, unterstreicht Gerhard Franz Walter, Rektor der Med-Uni Graz, die umfassende Bedeutung der Forschungen.

Der praktische Nutzen ist auch Zentrumsleiter Univ.-Prof. Dr. Wolfram Müller ein großes Anliegen. Der Physiker, Sportwissenschafter und Trainer betont: „Da wir unsere Untersuchungen häufig mit SpitzensportlerInnen durchführen, ist es mir sehr wichtig, dass diese ebenso wie ihre TrainerInnen davon profitieren. Sonst würden wir ihnen ihre Zeit stehlen.“ Als Triebfeder für seine Forschungen nennt Müller: „Leistungsoptimierung mit legalen Mitteln“ und „Sport soll gesünder werden.“ Letzteres bestimmt auch seine Tätigkeit als Leiter einer Arbeitsgruppe des Internationalen Olympischen Komitees. So hat der Grazer Wissenschafter zum Beispiel durch Reglement-Änderungen im Schispringen bereits erreicht, dass Untergewicht für die Athleten heute keine Vorteile mehr bringt. Denn wer zu leicht ist, bekommt kürzere Schi.

Dem Leitungsgremium der neuen Einrichtung gehören weiters die Sportwissenschafter Univ.-Prof. Dr. Peter Hofmann und Ao.Univ.-Prof. Dr. Karl Sudi an. Die drei Professoren des Zentrums forschen zu folgenden Schwerpunktthemen:

  • Physik und Biophysik menschlicher Bewegung
  • Körpergewicht und Körperzusammensetzung im Sport und in der Bevölkerung
  • Trainingstherapie bei chronischen Erkrankungen und Prävention und
  • Leistungsdiagnostik und Trainingssteuerung.


Zur Eröffnung sprachen Wissenschafts-Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder, Gesundheits-Landesrat Helmut Hirt und Sport-Landesrat Manfred Wegscheider, Stadtrat Detlev Eisel-Eiselsberg in Vertretung von Bürgermeister Siegfried Nagl, Ministerialrat Dr. Johann Popelak in Vertretung von Bundesminister Dr. Johannes Hahn, der Race Director des Internationalen Schiverbandes (FIS) Dr. Walter Hofer und Mag. Toni Innauer, Direktor Nordische Kombination und Schispringen (ÖSV). Sie alle hoben die weit reichende Bedeutung der Einrichtung und ihrer Arbeit hervor. Auch Bundesministerin Andrea Kdolsky und Staatssekretär Reinhold Lopatka schickten Grußworte zur Eröffnung.

Beim anschließenden Tag der offenen Tür waren Interessierte eingeladen, sich einen lebendigen Einblick in die Forschungen des neu gegründeten Zentrums zu verschaffen.

Informationen: http://www.uni-graz.at

 
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